Nachweis von Pyrrolkörpern in den Proteinstoffen, Von N. Troensegaard, Kopenhagen. (Der Redaktion zugegangen am 20. November 1920.) Im Jahre 1901 zeigte Nencki in Petersburg, daß im Hämin des Blutes und im Chlorophyll der Pflanzen Pyrrolverbin- dungen einen sehr wesentlichen Teil ausmachen’). Nencki hatte schon 1896 die Ansicht ausgesprochen, daß diese beiden Stoffe eine gleichartige Zusammensetzung hätten, und daß die Proteinstoffe ähnliche Verbindungen enthalten müßten2). Nach¬ dem er im Jahre 1901 Pyrrolkörper im Hämin und Chlorophyll nachgewiesen hatte, sah er seine nächste Aufgabe darin, die¬ selbe Spaltungsmethode an dem animalischen Melanin, dem Bilirubin und besonders an gewissen Substitutionsprodukten der Proteinstoffe zu versuchen8). Nencki benutzte zu seinen Spaltungen eine Mischung von konzentrierter wäßriger Jod¬ wasserstoffsäure, Eisessig-Jodwasserstoff und Phosphonium- jodid. Er erreichte sein Ziel nicht; ein früher Tod machte seinem Lebenswerk éin Ende. Erst im Jahre 1912 wiesen H. Fischer und Röse das Vorhandensein von Pyrrolen im Bilirubin nach4). Nenckis Anschauung ist oft umstritten worden; so ist W. Küster 1913 mit Nencki der gleichen Ansicht6), während Willstätter dieser Ansicht nicht bei¬ treten kann, bevor mehr Anhaltspunkte vorliegen8). Es ist *) Nencki nnd Zaleski Bd. 34, S. 997 (1901); Nencki und Mar- chelewsky Bd. 34, 8.1687 (1901). *) Nencki Bd. 29, S. 2877 (1896). *) Nencki und Zaleski Bd. 34, S. 1010 (1901). 4) H. Fischer, Röse Bd. 45, S. 3274 (1912). 5) W. Küster H. 88, 8.384 (1913). #) Willstätter und Stoll, Untersuchungen über Chlorophyll 8. 5.