Über das Verhalten einiger schwefelhaltiger Pyrimidinderivate im Tierkörper. Von R. Preise. (Aus dom physiologischen Institut der Universität in Berlin.) (Der Redaktion zngegangen am 15. November 1920.) Die physiologischen Beziehungen der Purin- zu den Pyri¬ midinkörpern harren noch immer der Aufklärung. So groß auf der einen Seite die Zahl der Arbeiten ist, die sich mit dem Schicksal der Nukleinbasen und ihrer Beziehung zur Harn¬ säure beschäftigen, so spärlich sind anderseits die Versuche, das Schicksal der Pyrimidinkörper, die ihrem chemischen Bau nach in der Mitte zwischen den Purinkörpern und dem Harn¬ stoff stehen, im chemischen Getriebe des Säugerorganismus zu verfolgen. Und doch scheint das Vorkommen der bisher auf¬ gefundenen drei Pyrimidinderivate, des Thymins, Cytosins und des Uracils in der Nukleinsäure, einem wesentlichen Bestand¬ teile des Zellkernes, darauf hinzuweisen, daß sie wichtige Zwischenstationen beim Aufbau oder Abbau der Purinkörper sind. Die direkte Verfütterung der drei genannten Körper hat bisher freilich keine Aufschlüsse gegeben, das ist aber keineswegs beweisend, denn schon wegen der Kostbarkeit des Materials mußten die Versuche immer in bescheidenen Grenzen bleiben; aber auch andere, ähnlich gebaute Pyrimidinderivate haben sich bisher in physiologischen Versuchen spröde er¬ wiesen; vielleicht darum, weil dabei Körper entstehen, zu deren sicherer Auffindung unsere bisherigen Methoden noch nicht ausreichen. Es lag deshalb nahe, solche Derivate der Pyrimidingruppe in den Kreis der Untersuchung zu ziehen, die sich leicht