Bestimmung der Maltese in der Hefe. (II. Mitteilung über Maltese.) Von Richard Willstätter und Werner Steibelt. Aas dem Chemischen Laboratorium der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München.) (Der Redaktion zugegangen am 25. September iwo.) I. Malt&eewirkung friseher Hefe bei Oegeiwart von Chieroferm (Experiment von Morris). Entgegen der älteren Anschauung, daß die Maltose von Hefe direkt vergoren werde, zeigten C. J. Lintner*) und E. Fischer8), daß die Hefe auch diesen Zucker zunächst durch ein Enzym spaltet, indem sie aus getrockneter Hefe wäßrige Auszüge darstellten, welche Maltose in Glukose um¬ wandelten. Die Verschiedenheit des die Maltose spaltenden Enzyms vom Invertin sollte sich daraus ergeben, daß beim Auslaugen frischer Hefe mit Wasser (auch bei Anwendung von Betäubungsmitteln) immer nur das Enzym in Lösung geht, das den Rohrzucker spaltet. Es gelingt aber doch, wie wir vor kurzem mitgeteilt haben*), ebenso wie Saccharase auch Maltese aus frischer Hefe auszuziehen, wenn man durch Neutralisieren der entstehenden Säure die Zerstörung des empfindlichen Enzyms verhütet. Die Maltese ist nach E. Fischer*) schon in der normalen Hefe enthalten, sie wird ') Zeitschr. f. ges. Brauwesen 1892, S. 106; C. J. Lintner und Krober, Ber. d. Deutsch, ehern. Ges. Bd. 28, S. 1050 (1895). *) Ber. d. Deutsch, chem. Ges. Bd. 27, S. 2985 und S. 3479 (1894). 7 f v \ WiHstätter, Tr. Oppeuheimer und W. Steibelt, Diese Zeitschr. Bd. 110, S. 232 (1920). . 7 •* ? Bnr; d; Deutach- chem- Gea- Bd. 28, S. 1429, 1437 (1895); Diese Zeitschr. Bd. 26, 60 und zwar S. 75 (1898). Uoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. CXI. 12