Untersuchungen über die Gallensäuren. VIII. Mitteilung. Zur Kenntnis der Iiithocholsäture. Von Heinrich Wieland und Pani Weyland. Ans dem organ.«ehern. Laboratorium der Technischen Hochschule zu München.) (Der Redaktion zugegangen am 18. April 1820.) Im Jahre 1911 hat Hans Fischer1) in einer Partie von Uindergallensteinen bestimmter Herkunft eine neuartige Säure gefunden, die ihren Reaktionen und ihrer Zusammensetzung nach in die Gruppe der Gallensäuren gehört. Sie hat die Zu¬ sammensetzung C24H40O3, und es liegt nahe, in ihr die ein¬ wertige Alkoholsäure der Gruppe zu sehen, eine Mon'o- oxycholansäure, deren biologisches Auftreten neben dem der beiden typischen Gallensäuren, der Dioxycholansäure (Des- oxycholsäure C24H40O4) und der Trioxycholansäure (Cholsäure ^24H40O6) durchaus möglich erschien. Hans Fischer hat die neue Säure als Lithocholsäure (Gallensteinsäure) be¬ zeichnet. Der Entdecker hat nach privater Mitteilung bei der Verarbeitung von Rindergallensteinen außer dem einzigen Mal bei der Auffindung die Säure nie mehr in die Hände be¬ kommen. So erlaubte Materialmangel nicht, in der zitierten Arbeit über Analysen und präzise Feststellung der physikalischen Konstanten hinauszugehen. Ein Jahr später beschäftigt sich *) Diese Zeitschr. Bd. 73, S. 234 (1311). Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. CX.