Über die chemische Zusammensetzung der Agave americana L. nebst Bemerkungen über die Chemie der Sucçulenten im allgemeinen. Von Dr. Julius Zellner. (Der Redaktion zugegangen am 23. Juli 1918.) Die Blätter der Agave americana L. und einiger nah- verwandter Arten werden bekanntermaßen in Amerika seit längerer Zeit zur Gewinnung eines Fasermaterials benützt, das unter mannigfachen Namen (Pite, Pita-, Domingo-, Tampico¬ hanf, auch fälschlich Aloehanf, Izzle, Matamoros, Mexicangrass, Mexicanfibre) in ähnlicher Weise wie Hanf technisch verwendet wird. Die Pflanze ist an den Küsten des Mittelmeeres ver¬ wildert, findet sich auch häufig an der adriatischen Küste und wird in Österreich ebenfalls zur Fasergewinnung herangezogen. Während der Kriegszeit ward der Wunsch rege, den bei der Isolierung der Fasern sich reichlich ergebenden Abfall prak¬ tisch (besonders als Futtermittel) zu verwerten. Obschon mehr¬ fache Angaben über die chemischen Bestandteile der Agave¬ blätter vorliegen,x) sind doch keine genügenden' Anhaltspunkte *) Buchner, Repertorium d. Pharmazie 1831, S. 217 (Calcium- tartrat u. -acetat). Bustamante, Ann. de chim. phys. 1836, S. 110 (Jodgehalt). Lenoble, Journ.de pharmacie 1849, S. 349 (äpfelsaure Salze und äther. Öl). Fremy und Urbain, C. R. 1882, S.926 und 1885, S. 19, ferner Annal, des sciences natur. 1882, S. 360 (Chemie der Cuticula). Marcano, C. R. 1884, S. 811 (peptonisierendes Enzym). Harvard, Bull. Torrey Botan. Club 1885 S. 120 und Robinson. Just s botan. Jahresbericht 1899 II, S. 117 (Saponine in den Blättern von Agave heteracantha und A. Morrisii).