Bestimmung der Purinbasen in Nucleineäuren nach huminfreier Spaltung. Von R. Feulgen. * (Aus dem physiologischen Institute der Universität Berlin.) (Der Redaktion zugegangen am 1. Mai 1918.) Ein quantitativer oder auch nur qualitativer Nachweis der Purinbasen in Nucleinsäuren ist nur möglich durch Isolierung der Basen bezw. geeigneter Verbindungen derselben nach vor¬ aufgegangener Aufspaltung. Einer Reindarstellung der Basen stehen aber besonders bei den Nucleinsäuren vom Typus der Thymonucleinsäure große Schwierigkeiten entgegen, zumal wenn nur geringe Mengen Nucleinsäure zur Verfügung stehen. Es bilden sich nämlich bei der Hydrolyse dieser Nuclein¬ säuren, die zu 50°/o aus äußerst leicht verharzendem Kohlen¬ hydrat bestehen, stets große Mengen Huminstoffe, die die Hydrolysenflüssigkeit braun-schwarz färben. Da nun von allen stickstoffhaltigen Bestandteilen der Nucleinsäure im Laufe der Aufarbeitung immer zuerst die Purinbasen durch Fällung abgschieden werden, so haften gerade diesen Niederschlägen große Mengen adsorbierter melaninähnlicher Stoffe an, zumal da die beiden Purinbasen nur zu je 10°/o in der Nucleinsäure Vorkommen, also gegenüber dem verharzenden Kohlenhydrat und gegenüber der Gesamtmenge der gespaltenen Nucleinsäure nur in geringer Menge vorhanden sind. Die Entfärbung der braun-schwarzen Rohprodukte ist eine sehr unerfreuliche Auf¬ gabe; nachträgliche Anwendung von oxydierenden oder redu¬ zierenden Mitteln ist ohne Erfolg, und bei Verwendung von Tierkohle treten wegen der Notwendigkeit verältnismäßig großer Mengen Kohle und wegen ihrer stark adsorbierdenden Wirkung