Kalkstudien am Menschen. I. Mitteilung. Zur Methodik der Bestimmung des Blutkalks. Von Dr. W. H. Jansen, Assistent der Klinik. Aut der II. medizinischen Klinik der Universität Manchen (Vorstand: Prof. Fr. Mülle r). (Der Redaktion zugegangen am 89. November 1917.) Bei Untersuchungen, welche ich über die Beeinflussung der Blutgerinnung durch Kalk-Extragaben anstellte, mußte ich mein Interesse über dieses engere Gebiet hinaus auf allgemeinere Probleme des KalkstofTwechsels ausdehnen. Das Studium dieser Fragen erschien mir um so notwendiger, als unsere Anschau¬ ungen über Kalkresorption und Kalkgewinn des Organismus bis heute nicht genügend geklärt sind, und weil ferner eine sichere Beurteilung des Blutkalkgehaltes, oder des sog. Blut¬ kalkspiegels und seiner verschiedenen Variationen nicht möglich ist. Dies letztere findet darin seine Erklärung, daß wenige Blutkalkanalysen wegen der damit verbundenen Schwie¬ rigkeiten ausgeführt wurden. Wenn die bereits vorliegenden Analysenresultate über die Größe des Blutkalkgehalts so große Differenzen zeigen, so dürfte dies hauptsächlich an der Ver¬ schiedenartigkeit und Ungenauigkeit der angewandten Unter¬ suchungsmethoden liegen. Ich halte deshalb einleitend eine kritische Besprechung der Blutkalkanalysen für notwendig, um so mehr als dadurch dieser oder jener Widerspruch in den Untersuchungsergebnissen der verschiedenen Autoren unter jeweiligem Hinweis auf die Fehlermöglichkeit in der Analyse geklärt werden kann. Ferner sind die meisten Analysen an pathologischen Fällen gemacht worden. Vorbedingung für eine genaue Kenntnis des Kalkgehaltes im Blute und seine durch verschiedene Einflüsse bedingte Variatio-