Beitrag zur Kenntnis der Cholesterinesterverfettung. * 77 der Ausscheidung freier Fettsäuren in den zü Krystalldrusen gruppierten Nadeln überein. Überlegt man sich, wie etwa diese Fettsäuren entständen sein könnten, so bat man zunächst än die Tätigkeit eines fettspaltenden Fermentes, welches aus vorhandenem Fette die Fettsäuren freigemacht hat, zu denken. In diesem Sinne unter¬ suchte ich das Fett auf fettspaltende Fermente. Nachdem ‘in dem pathologisch-anatomischen Institute auf bakteriologischem Wege nachgewiesen worden war, daß Bakterien hier nicht im Spiele waren, schnitt ich aus der Mitte eines großen Stückes Fettgewebes etwa 100 g heraus, verrieb es mit destilliertem Wasser und stellte es in den Eiskaslen. Nach 24 Stunden wurde filtriert, 20 ccm des schwach rötlich gefärbten Filtrates mit 12 ccm einer Emulsion von Tributyrin versetzt und in den Brutkasten gestellt zugleich mit einer Kontrollprobe, bestehend aus 12 ccm Tributyrin-Emulsion und 20 ccm destilliertem Wasser. Nach einer halben Stunde wurden beide Proben nach Zusatz von Phenolphthalein mit n/2-Barytwasser neutralisiert. Die auf Ferment zu prüfende Probe verbrauchte hierzu 1,1 ccm, die Kontrollprobe nur 0,1 ccm Barytwasser. Nachdem beide neu¬ tralisierte Proben eine weitere halbe Stunde im Brutkasten gestanden waren, war die Kontrollflüssigkeit neutral geblieben, während die Fermentprobe saure Reaktion angenommen hatte und neuèrdings 1,0 ccm Barytwasser zur Neutralisation brauchte. Damit ist die Anwesenheit eines fettspaltenden Fermentes nach¬ gewiesen. Es scheint demnach, als ob eine fermentative Fettspaltung mit Ausscheidung freier Fettsäuren das erste Stadium des Prozesses darstellen würde und in einem zweiten Stadium erst die Einlagerung von Cholesterin, vielleicht die Umwand¬ lung der freigewordenen Fettsäuren in Cholesterinester (doppelt- brechende Substanz) vor sich gehen würde.