Beiträge zur chemisclien Kenntnis der Echinodermen.1) Von A. Kossel und S. Edlbaeher. I. Über die Dissoziation des Spermakems bei Echinodermen. Als Dissoziation des Zellkerns ist eine Erscheinung be¬ zeichnet worden, welche darin besteht, daß die Kernproteine im Laufe der Entwicklung basische Eigenschaften annehmen und mit der Nucleinsaure eine « salzartige » Verbindung bilden. *) Diese chemische Umbildung des Zellkerns findet sich in vielen Organen der Säugetiere, z. B. in der Thymusdrüse, den Lymph- drösen, der Milz usw. Ihre Untersuchung ist bisher fast aus¬ schließlich mit chemischen Hilfsmitteln ausgeführt worden, da es an einer mikroskopischen Methode zur Erkennung des Vor¬ ganges fehlt. Erst in neuerer Zeit hat M. A. van Herwerden versucht, ein für die weitere Bearbeitung dieser Fragen so sehr wünschenswertes mikrochemisches Verfahren zu ent¬ wickeln.3) Für die chemische Untersuchung haben sich besonders die Spermakerne als günstige Objekte erwiesen. In den Spermien der Säugetiere ist die Dissoziation bisher nicht nachgewiesen,, hingegen zeigte sich dieser Vorgang in ausgeprägter Form in den Spermaköpfen der Fische und die wertvollsten chemischen Befunde sind an diesem Material gewonnen. Über die Ver- ‘) Ein Teil dieser Untersuchungen ist in den Sitzungsberichten der Heidelberger Akademie der Wissenschaften vom 29. März d. J. (Jahr¬ gang 1915, Abt. B der math.-naturw. Klasse) vorläufig mitgeteilt worden. *) A. Kossel, Diese Zeitschrift, Bd. 88, S. 163 (1913). 8) M. A. van Herwerden, Anatom. Anzeiger, Bd. 47, S. 312; und Onderzoekingen gedaan in het Physiologisch Laboratorium der Utrechtsche Hoogesehool, Vijfde Reeks XV S. 273 (1914).