Ober einige Versuche mit Pilocarpin. II. Mitteilung. Von • ' Dr. N. Waterman, Rotterdam Mit einer Kurvenzeichnung im Text: (Der Redaktion zugegangen am 31. Mürz 1911.) In einer früheren Mitteilung haben wir über Harnver¬ änderungen und Empfindlichkeitserhöhung gegen 1-Suprarenin im Anschluß an wiederholte Pilocarpineinspmtzungeii berichtet. Was den Harn betrifft, finden wir spontane (leichte) Glykosu- rieen und Steigerung der Diurese.: Es ist jetzt unsere Aufgabe, eine befriedigende Erklärung für diese Erscheinungen zu finden. Im allgemeinen kann Glykosurie die Folge zweier Ur¬ sachen sein : 1. von Erhöhung der Blutzuckerkonzentration, 2. von einer Abweichung von der Norm in der Funktion der Nierenepithelien. Hierbei muß aber bemerkt werden, daß auch hei der Glykosurie infolge Hyperglykämie die Nierenepithelien ihren Einfluß geltend machen. Die Untersuchungen Neu bau er s, Poliaks u. a. haben uns gelehrt, daß die Niere nicht unbe¬ dingt und unverrückbar auf eine genau umgrenzte Blutzucker- konzentration eingestellt ist, sondern daß die Durchlässigkeit für Zucker sich unter gewissen Umständen ändern kann. So führt z. B. eine langdauernde Hyperglykämie oft zu einer ge¬ ringeren Durchlässigkeit für Zucker, mit ànderén Worten die Nierensekretion wird auf ein anderes Zuckerniveau eingestellt. Weiter kann man Fälle anführen, wo es, ungeachtet einer' deutlichen Hyperglykämie nicht zu Glykosurie kommt. Diese Fakta zeigen, daß auch bei der Glykosurie infolgé Hypergly- 9*