Über den Gehalt ägyptischer Mumien an Eiweiß und Eiweiß-Abbauprodukten. Von y Emil Abderhalden und Arthur Weil. (Ans dem physiologischen Institute der tierärztlichen Hochschule Herlih). (Der Redaktion zugegangen am 21. März 1911.) ln einer früheren Mitteilung1) ist der Nachweis geführt worden, daß die Muskelsubstanz ägyptischer Mumien, nach erfolgter Hydrolyse mit Säuren, Aminosäuren liefert. Bei dieser ersten Untersuchung ist die Frage nach der Art des Vorkommens der Aminosäuren nicht berührt worden. Wir haben nunmehr diese Lücke ausgefüllt und uns die*Frage vorgelegt, ob in der Muskelsubstanz von Mumien Aminosäuren bereits vor¬ gebildet vorhanden sind. Ferner interessierte es uns* ob. andere Abbaustufen des Eiweißes, z. B. Peptone, sich nachweisen lassen und endlich, ob Eiweiß als solches vorhanden ist. Die gestellten Probleme ntaßten uns einen Einblick geben in das Verhalten der ^Muskel-Eiweißkörper. nach erfolgter Konservierung der Mumien. Wir wollen gleich vöraus- nehmen, daß uns der Nachweis von Aminosäuren im wässerigen Extrakt der Mumiensubstanz geglückt ist. Ferner konnten wir auch biuretgebende Körper im Dialysat von Muskelsubstanz und im wässerigen Extrakt nachweisen. Damit ist wohl he- •* . —. wiesen, daß die Konservierung der Lcicheh die Autolvse nicht vollständig aufgehoben hat; es müßte denn die Einbalsamierung erst längere Zeit nach erfolgtem Tode vorgenommen sein* was aber nicht wahrscheinlich ist. : \ \ •l Emil Abderhalden und Carl Brahm, Über den Gehalt der Muskelsubstanz ägyptischer Mumifta an Monoaminosäuren. Diese-Zeit¬ schrift, IM. LXI. S. *119, 1901). '