Beitrag zur Kenntnis des Umfanges der Hippursäurebildung Von Emil Abderhalden und Hermann Strauss. (Aus dem physiologischen Institute der Universität Halle a. S.) (Der Redaktion zugegangen am (>. April 1914.) Von verschiedenen Seiten ist der Beweis geführt worden, daß der tierische Organismus mehr Glykokoll zür Verfügung stellen kann, als er in seinen Eiweißstolfen vorgebildet besitzt. Der eine von uns (A.) hat mit Paul Hirsch1) einen direkten Beweis dafür erbracht, daß Glykokoll neu gebildet wird. Es wurde gezeigt, daß Tiere, denen viel Glykokoll mittels Benzoe¬ säure entführt worden war, in ihren Geweben noch ebenso viel von dieser Aminosäure enthielten, wie Tiere, die sich unter den gleichen Bedingungen befanden, jedoch keine Benzoe¬ säure erhalten und somit auch nur in.sehr beschränktem Maße Hippursäure gebildet hatten. Trotz aller Bemühungen ist es noch nicht geglückt, fest¬ zustellen, ob das neugebildete Glykokoll durch Abbau anderer Aminosäuren oder aber synthetisch entsteht. Unsere Absicht war, zu prüfen, welche von beiden Arten der Glykokollbildung in Frage kommt. Der Versuchsplan war folgender. Es sollte versucht werden, durch Verfütterung von Benzoesäure resp. ihres Natriumsalzes eine möglichst hohe Ausscheidung von Hippur¬ säure zu erzielen. Dann war zu prüfen, ob auf Zugabe von Glykokoll sich noch eine weitere Steigerung der Hippursäure- *) Emil Abderhalden und Paul Hirsch, Diese Zeitschrift. Bd. 7H, S. 292 (1912). Hier findet sich weitere Literatur bis 1912. Von neueren Arbeiten seien genannt: F. Knoop, Diese Zeitschrift, Bd. K9, S. 151 (1914). — Franz Rost, Arbeiten aus dem K&isërl. Gesundheits¬ amt, Bd. 45, S. 425 (1913). vgl. Chem. Zentralbl.. S. 561,. I. (1914). Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. XC!I. 6