Uber Alkoholgärung. VI Mitteilung. Das Wesen der Reduktion von Acetaldehyd durch lebende Hefe. • . '/■./ Von • S. Kostytschew. (Aus dem botanischen Laboratorium lies technologischen Instituts in St. Petersburg.» ^Der Redaktion zugegangen am 4. Februar MU.» . In der II. Mitteilung wurde dargetan, daß sowohl lebende als getötete Hefe eine Bildung von Äthylalkohol aus Acetal¬ dehyd bewirkt. Auf diese Weise wurde mehr als 1 g absoluter Alkohol vom richtigen Siedepunkt 78,5° gewonnen.1) Damals habe ich die Voraussetzung ausgesprochen, daß hier eine Re¬ duktion von Acetaldehyd durch den bei der Gärung entstehenden aktiven Wasserstoff vorliegt; die weitere Untersuchung ergab jedoch, daß der Acetaldehyd durch lebende Hefe auf eine andere Weise verarbeitet wird. Neben Äthylalkohol entsteht immer Essigsäure, wie es z. B. aus folgendem Versuche zu ersehen ist; Portion A. 125 g Preßhefe wurde mit 1,5 1 Wasser ver¬ setzt und 48 Stunden ruhig stehen gelassen (Kontrollportion 1). Portion B. 125 g Preßhefe wurde mit 1,51 Wasser 15 Minuten am Rückflußkuhler gekocht, dann abgekühlt, mit 2 g von frisch dargestelltem und dreimal mit Dephlegmator destillierten Acetaldehyd (Siedepunkt 21—21,5°) versetzt und 6 Tage bei reichlichem Luftzutritt belassen (Kontrollportion II). Portion G. 125 g Preßhefe wurde mit 1,51 Wasser und 2 g reinem Acetaldehyd (wie bei B) versetzt und 48 Stunden ruhig stehen gelassen. 4) S. Kostytschew und E. Hübbenet. Diese Zeitschrift. Bd. 7», S. 859 (1912).