Vergleichende Studien (Hier den GthaK Nervensubstanz an Aachenbestandteilen. >) Von Arthur Weil. (Aua dem physiologischen Institute der Universität Halle a, $.) (Der Redaktion zugegangen am 28. Januar 1914.) Wenn man die bis jetzt erschienenen Untersuchungen über die Aschenbestandteile des Gehirns — über die peripheren Leitungsbahnen fehlen ausführlichere Angaben -— überblickt, so fällt sogleich die große Differenz zwischen den Angaben der einzelnen Autoren auf.* 2) Eine Erklärung für diese Unterschiede der Analysenresultate, die wohl kaum durch eine mangelhafte Methodik entstanden sind, geben meine unten veröffentlichten Analysen der grauen und weißen Substanz: Sämtliche Autoren, mit Ausnahme von Koch und Thudichum, untersuchten die gesamte Hirnsubstanz, ohne in Grau und Weiß zu trennen ; sie berücksichtigten nicht, daß beide eine verschiedene Zu¬ sammensetzung haben, und deshalb erhielten sie bei der nicht • einheitlichen Probeentnahme stets wechselnde prozentuale Ver¬ hältnisse von Grau zu Weiß in den einzelnen Proben und damit verschiedene Analysenresultate. — Eine weitere Fehler¬ quelle liegt in der Art der Berechnung ; meistens wurden die gewonnenen absoluten Zahlen nur auf die wasserfreie Gehirn¬ substanz bezogen; man erhielt dadurch, ebenso wie bei der einseitigen Umrechnung auf das lebendfrische Organ ein falsches Bild von der prozentualen Zusammensetzung ; erst durch die Kombination beider und durch den Vergleich mit dem Prozent¬ gehalt der Asche an den einzelnen Bestandteilen gewinnt man eine Vorstellung von den Beziehungen zwischen Zentralorgan und Leitungsbahnen. Als erster veröffentlichte Geoghegan3) vier Aschen¬ analysen von alkoholextrahierten menschlichen Gehirnen, welche ‘) Preisarbeit der medizinischen Fakultät der Universität Halle a. S. Eingereicht .am 8. VIII. 1913; am 27.1.1914 mit dem Preis ausgezeichnet. *) Vgl. A. Weil, Die Chemie des Gehirns, Zeitschrift für die ges. Neurol, u. Psychiatrie, Abt. Refer.. Bd. 7, S. 1, 1913. 3) E. Q. Geoghegan, Über die anorganischen Gehimsalze nebst einer Bestimmung des Nucleins, Diese Zeitschrift, Bd 1, S. 330, 1877/78.