Sakae Tamura, S®. untersuchen. Ich wählte dazu die Diphtheriebacillen, welche sich morphologisch und biologisch von den Tuberkelbacillen und dem Mykobacterium lactieola erheblich unterscheiden. Material. Zunächst mußte ich versuchen, einen Nährboden aus¬ findig zu machen, welcher die Gewinnung hinreichender Material- mengen und die leichte Trennung der Bakterienmasse von dem Wachstumsmedium gestattet. Bekanntlich gedeihen Diphtherie¬ bacillen besonders gut auf einer Fleischbrühe, die statt des sonst gebräuchlichen Witteschen Peptons 2°/o Chapoteau- Pepton enthält. Indes zeigte das Häutchen, das der Bacillus auf dieser Bouillon bildet, bei längerem Aufenthalt im Brut- schrank eine Neigung zum Sinken, welche die Trennung der Bakterien von ihrer Nährflüssigkeit bedeutend erschwert. Um große Mengen von reinen Diphtheriebacillen leicht zu bekommen, bewährte sich mir folgendes Verfahren: 500 g klein gehackte Hammelnieren werden mit 1000 ccm Wasser gekocht und in gleicher Weise wie bei der Fleischwasser¬ bereitung behandelt. Diesem Hammelnierenextrakt werden 20 g Pepton-Chapoteau und 5 g Kochsalz hinzugesetzt und die Mischung im Kolben in den Dampftopf bis zur Lösung gestellt, dann wird sie mit Natron vorsichtig alkalisch gemacht (Indi¬ kator* Lackmus), alsdann wird filtriert und sterilisiert. Diese Hammelnierenbouillon mit Zusatz von Pepton- Chapoteau wird in nicht zu hoher Schicht in Erlenmeyer- Kolben gefällt (etwa 100 ccm in 300 ccm fassende Kolben, bei solchen mit größerer Bodenfläche entsprechend mehr) und nach Sterilisation mit frischer Diphtheriebacillenkultur so geimpft, daß die Bacillenmasse sich auf der Oberfläche schwimmend erhält. Auf diesem Nährboden vermehren sich die Diphtherie¬ bacillen sehr kräftig und bilden nach 24 ständiger Bebrütung bei 36° C. ein dickes, glattes Häutchen, welches 2—3 mm hoch an der Glaswand hinaufklettert. Die Häutchen sind im all¬ gemeinen glatt, brüchig, von weißgelblicher Farbe und ohne eigentliche Farbstoffbildung. Allmählich nimmt der Belag an Dicke zu, hat aber keine Neigung, zu Boden zu sinken, wenn