Zur Chemie lier Bakterien. III. Mitteilung. Über die chemische Zusammensetzung der Diphtheriebacillen. Sakae Tamura (Tokio). (Aus dem hygienischen und d«?m physiologischen Institut der Universität Heidelberg.) (Der Redaktion zugegangen am 15. Januar l'Mt.) Die chemische Zusammensetzung der Bakterien stimmt in ihren Grundzügen mit dem Bau der übrigen Protoplasmen über¬ ein, insofern sie die wesentlichen Bausteine der Proteinstoffe, der Nucleinsubstanzen, der Phosphatide, sterinartige Körper und Kohlenhydrate aufweist. Meine erste Mitteilung über die Tuberkelbacillen und , über das Mykobacterium lacticola läßt dies deutlich erkennen. Doch haben sich bestimmte Eigentüm¬ lichkeiten der genannten Bakterien ergeben, welche die Zell- ’• Substanz dieser Organismen auszeichnen. In quantitativer Hin- sicht ist das Überwiegen des Phenylalanins unter den Protein¬ bausteinen bemerkenswert, in qualitativer Beziehung das Fehlen ^ des nicht oxydierten Schwefels in den Proteinen und besonders das Auftreten des Mykols an Stelle der Sterine. Diese Befunde regen zu der Frage an, bis zu welchem Grade sich die Spezieseigentümlichkeiten und die biologischen ■ Eigenschaften verschiedener Bakterienarten in ihrer chemischen Zusammensetzung ausprägen. Ergibt die chemische Beschaffen- heit der Bakterien Anhaltspunkte für ihre Klassifizierung ? Außerdem wurde durch meine Untersuchungen eine spezielle Frage aufgeworfen. Nachdem ich das Mykol als Ursache der Säurefestigkeit der vorhin genannten Bakterien erkannt hatte, schien es mir wichtig, eine andere Bakterienart, welche die Säurefestigkeit nicht zeigt, auf das Vorhandensein von Mykol - . 20* #