Photochemische Studien zur Nitrat- und Nitritassimilation. Von Oskar Baudisch und Erwin Mayer. (Der Redaktion zugegangen am 5. Dezember 1013.) Theoretischer Teil. Als Stickstoffquelle kommen bei den höheren Pflanzen nur die im Boden vorhandenen stickstoffhaltigen Salze in Be¬ tracht, welche zu den Blättern in den Wasserbahnen empor¬ geleitet werden. Sachs1) hat wohl zuerst darauf hingewiesen, daß bei den höheren Pflanzen die reichlichste Bildung von Eiweißstoffen in den assimilierenden Laubblättern stattfinden dürfte, und wir finden bei Sachs zugleich die Bemerkung, «daß es nicht unmöglich erscheine, daß auch außerhalb der chloro¬ phyllhaltigen Zellen der Blätter Eiweißstoffe durch Kombination assimilierter stickstofffreier Substanzen mit Ammoniak oder Salpetersäureverbindungen entstehen könnten.» In den Laub¬ blättern bieten die reichliche Zufuhr >’ön Stickstoffverbindungen durch den Transspirationsstrom, sowie die reichlichste Ver¬ sorgung der synthetisch wirksamen Zellen mit Kohlenhydraten die besten Bedingungen für die Proteinsynthese. Einer Reihe von Erfahrungen* *) zufolge ist der Nitratgehalt der Blätter in der Tat kleiner als derjenige von Stengeln und Wurzeln, was ebenfalls als Stütze für die Ansicht dienen kann, daß die Nitrate in den Blättern einem lebhaften Verbrauche unterliegen. Schimper3) konnte zeigen, daß auch in abgeschnittenen in HgO stehenden Blättern, welche im Mesophyll bis in die *) Botan. Ztg. (1862), S. 63; Experimentalphysiologie (1865), S. 343. *) Hoffmann, Arch. Pharm., Pd.12011 (1865), S. 193; Hosaeus, Jahresber. Agrik. Chem. (1865), S. 87; Frühling, Landw. Versuchsst. (1867) S. 150; Emmerling, Landw. Versuchsst. (1880), $. 186; Sorokin, Justs Jahresber. (1875), S. 871 ; Monteverde, Justs Jahresber. (1883), S. 57. *) Botan. Ztg., S. 46 ; Flora (1890), S. 73.