Uber den Abbau des m-Methylphenylalanins im Organismus. I. Mitteilung. Von , - Ludwig Böhm. (Aus der medizinischst! Poliklinik in Freiburg. Direktor: Prof. l)r. Morawit/.). (Der Redaktion zugegangen am ß. Dezember 1913.) Wenn es auch eine Reihe aliphatischer Substanzen gibt, die nur unvollständig vom Organismus oxydiert werden können, so werden die Stoffe der Fettreihe doch im allgemeinen weit leichter verbrannt als die der aromatischen Reihe, die zwar immer mehr oder minder stark verändert werden, aber doch gewöhnlich ein den Benzolkern enthaltendes Bruchstück zur Ausscheidung gelangen lassen. Wie aus den Untersuchungen von Neubauer, Knoop, Embden und andern hervorgeht, werden eigentlich nur die beiden natürlichen aromatischen Aminosäuren Tyrosin und . Phenylalanin sowie ihre nächsten Verwandten, die entsprechenden Keton- und Oxysäuren, voll¬ ständig verbrannt. Sowie die Seitenkette länger oder kürzer ist oder am ß-Kohlenstoffatom substituiert ist, bleiben wesent¬ liche Mengen von unverbrannten Bruchstücken zurück. Auch die Beschaffenheit des Kerns, nicht nur der Seiten - kette, ist von wesentlicher Bedeutung für die Verbrennbarkeit einer Substanz. Eine OH-Gruppe in p-Stellung zur Seitenkette wie im Tyrosin stört den Abbau nicht. Schon die in o-Stellung oder in m-Stellung befindliche OH-Gruppe im o- oder m-Tyrosin verhindert nach Flatow1) und Blum2) die vollständige Ver¬ brennung. Halogensubstitution im Benzolkern führt offenbar ebenfalls zu schwer verbrennbaren Stoffen. Das von Flatow1) verfütterte m-Chlorphenylalanin ebenso wie das von Frie dmann *) Flatow, Diese Zeitschrift, Bd. 64, S. 391, 1910. *) Blum, Archiv f; exp. Pathologie und Pharmakologie, Bd. 59,