Ober die Bildung von Glycerin bei der atkoholisclnn Gärung. Von Max Oppenheimer. (Aus dem städtischen chemisch-physiologischen Institut zu Frankfurt a. M.) (Der Redaktion zugegangen am 9. Dezember 1913.) Dte Anschauungen über den Ursprung des Glycerins bei der alkoholischen Gärung haben die verschiedensten Wandlungen erlebt. Die Annahme von Delbrück1) u. a., daß die Fette und Öle der Hefezellen die Quelle des Glycerins seien, wird, wie Büchner und Meisenheimer2) mit Recht betonen, durch die einfache Überlegung hinfällig, daß dann unzweifelhaft etwa die zehnfache Menge des tatsächlich gebildeten Glycerins an Fett¬ säuren auftreten müssé. Es konnten aber bei entsprechenden Versuchen nur Spuren höherer Fettsäuren nachgewiesen werden. Die von Carracido,3) später von Felix Ehrlich4) vertretene Anschauung, daß das*Glycerin vielleicht den Eiwei߬ körpern resp. Nucleinsubstanzen der Hefezelle entstamme, hatte von Anfang an wenig Wahrscheinlichkeit für sich und dürfte nach den Ergebnissen der Versuche von Buchner und Meisen- heimer* sowie der vorliegenden Arbeit ganz aufzugeben sein. Büchner und Meisenheimer (1. c.) hatten schon in einer früheren Arbeit im Gegensatz zu den ersten Unter¬ suchungen von Büchner und Rapp5) gefunden, daß ebenso *) M. Delbrück, Wochenschr. f. Brauerei, Bd. 2Ô, S. 66 (1903) — Maercker-Delbrück, Spiritusfabrikation 1903, S. 45. *) È* Buchner und J. Meisenheimer, Bef. d. dtsch. Chem. Ges., Bd. 39, S. 3203 (1906). *) R. Carracido, Ref. Biochem. Zentralbl., Bd. 3, S. 439 (1904 bis 1905). ' / .: 4) F. Ehrlich, Biochem. Zeitschr., Bd. 18, S. 423 (1909). 5» *) E. Buchner und R. Rapp, Ber. d. dtsch. chem. Ges., Bd. 34, S. 1526 (1901). — Vgl. auch Büchner-Hahnj Zymasegärung, 1903, S. 216ff.