Uber den Einfluß des Trinkens auf die Verdauung fester Substanzen. .. Von . ' . . : Franz Grëbbels. Mit drei Kurveiizeichnungen im Text. (Der Redaktion zugegangen am 10. November 1013.) v Die Erforschung der Rollen, welche feste Substanzen und Flüssigkeiten allein oder in gegenseitiger Beziehung zueinander bei der Verdauung im Magen und im Darme spielen, ist von weittragender Bedeutung. Im Laboratorium des Physiologen als Erscheinung des Lebens studiert und zahlenmäßig fest¬ gestellt, gewinnen die Resultate dieser Erforschung im Hinblick auf die Diätetik Raum im täglichen Leben und in den Händen des Klinikers. Durch die Ausheberung des Magens in bestimmten Zeit¬ intervallen nach der Nahrungsaufnahme gewinnt man unge¬ fähr einen Einblick in den Verdauungschemismus und die Ver¬ weildauer fester und flüssiger Substanzen im Magen. Die Röntgen¬ untersuchung gibt über Flüssigkeiten, den zeitlichen Verlauf und die quantitative Abstufung ihrer Veränderungen im Magen und im oberen Darmtraktus sehr wenig Anhaltspunkte, Damit bleiben auch die Beziehungen zwischen festen Stollen und Flüssigkeiten bei der Magenverdauung in Dunkel gehüllt. Hier tritt das Experiment des Physiologen, die experimentelle Bio¬ logie als Ergänzung in ihre Rechte. Es hat auf Seiten der Kliniker nicht an Stimmen gefehlt, welche die experimentell-physiologische Methode, weil nur an reinen Fleischfressern ausgebildet, für die menschliche Phy¬ siologie verwarfen. Seitdem aber Cohnheim und Drqyfus1) naehweisen konnten, daß die Verdauung für ein Probefrèhstück beim Hunde wie beim Menschen sowohl in bezug auf die Zeit des Verdauungsaktes wie auch in bezug auf Gesamtacidität und freie Salzsäure gut übereinstimmen, ist dieser Einwand zum mindesten für Brot und Flüssigkeiten hinfällig. *) 0. Cohnheim und G. Dreyfus, Münchener Med. Wochensehr., Nr. 48 (1908); Diese Zeitschrift, Bd. 68, S. 60 (igö8). Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXXXIX. j 1