Über die Herkunft des Kreatins im tierischen Organismus.1) Von Karl Thomas. (Der Redaktion zugegangen am 2ß. November 1913.» I. Das Verhalten der Arginase zur f-Guanidylbuttersäure und e-Guanidylcapronsäure. Über die Multersubstanz des Kreatins hat man bis heute nur Vermutungen. Kreatiri und Arginin sind die einzigen Guanidyl- säuren, die im Körper Vorkommen. Es lag nahe, diese mit¬ einander in Verbindung zu bringen. Jaffé2) gab Kaninchen subcutan3 4) Argininnitrat; die Kreatinmenge im Harn wurde nur sehr wenig größer, die in den Muskeln blieb gleich. Zu einem sicheren Ergebnis war also auf diesem Wege nicht zu gelangen. Einige Jahre später machte Knoop1) dann wieder auf diese Beziehungen aufmerksam. Der Abbau des Arginins bis zur Guanidylessigsäure würde ganz im Einklang stehen mit den Gesetzen über den Abbau von Amino- und Fettsäuren im tierischen Organismus; die Umwandlung der Guanidylessigsäure in Kreatin durch Methylierung im Tierkörper haben bereits Jaffé,5) Dorner6) und Czernecki-Salkowski7) beobachtet. *) Dis Untersuchung wurde im Frühjahr 1911 im physiologisch¬ chemischen Institut in Tübingen begonnen, im Winter 1912/18 im physio¬ logischen Institut in Greifswald und darnach im Kaiser-Wilhelm-Institut für Arbeitsphysiologie fortgesetzt. *) Diese Zeitschrift Bd. 48, S. 480, 1906. 3) Bei oraler Darreichung von Arginin (oder argininreichem Eiweiß) ist die Ausscheidung des Gesamtkreatins nicht vermehrt (Jaffé, van Hoogenhuyze und Verploégh, Diese Zeitschrift. Bd. 46, S. 415, 1905). 4) Desgl., Bd. 67, S. 495, 1910. •) 1. c. 6) Desgl., Bd. 52, S. 225, 1907. 7) Desgl., Bd. 44, S. 294,1905; s. hierzu die Bemerkung von Jaffé, diese Zeitschrift, Bd. 48. S. 453.