Beiträge zur Kenntnis der Art der Stickstoffretentionen bei Fütterung von Ammoniaksalzen und Harnstof. Von E. Grafe. (Aus der medizinischen Klinik Heidelberg.) (Der Redaktion zugegangen am 11. November. 1913.) Während über die Tatsache, daß sich durch Fütterung von Ammoniaksalzen sehr erhebliche Stickstoffansätze gegen¬ über der gleichen Ernährungsart ohne diese Zulage erzielen lassen, bei allen Untersuchern Übereinstimmung besteht,l) ist die Frage, in welchem Sinne diese N-Retentionen zu deuten sind, noch immer nicht entschieden. Zweifellos wird in einzelnen Ver¬ suchen ein Teil des retinierten Stickstoffs in den ersten Tagen der Nachperiode wieder ausgeschieden, aber eben so sicher ist auch, daß die Hauptmenge anscheinend dauernd retiniert wird, und daß in anderen Versuchen eine sekundäre Aus¬ schwemmung überhaupt nicht stattfindet. . Für die Art der N-Retentionen kommen in erster Linie wohl folgende Möglichkeiten in Betracht: 1. Ammoniak wird als solches zurückgehalten; 2. das Ammoniak geht in andere nicht eiweißartige Ver¬ bindungen irgend welcher Art über und wird so gestapelt; 3. das Ammoniak bewirkt in irgend einer Weise eine Ersparung von Körpereiweiß. Schon in meiner zweiten Mitteilung über den in Frage *) Die von mir und Schläpfer (diese Zeitschr., Bd. 77, S. 1) und unabhängig von uns von Abderhalden febenda, Bd. 78, S. 1) gefundene und von uns beiden in Bd. 78 bis 86 weiter studierte Tatsache ist kürzlich von Taylor und Ringer (The Journal of Biolog. Chemistry, Bd. 14, S.407). sowie Underhill und Goldschmidt (ebenda, Bd. 15, S. 341) bestätigt worden. Auf die abweichenden Befunde der letzteren Autoren bezüglich der N-Retentionen mit anorganischen NH,-Salzen gehe ich demnächst ein. Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXXXVIII. 27