Bemerkungen zu der Arbeit von E. Hirech und H. Reinbach: Die Feeselungehyperglykimie und Fesselungsglykosurie des Kaninchens. (Diese Zeitschrift, Bd. 87, 'S. 122.) Von Fr. Roily und Fr, Oppermann. (Aus der medizinischen Klinik in Leipzig.) (Der Redaktion zugegangen am 26. September 1918.) • Hirsch und Reinbach veröffentlichen in der oben genannten Arbeit eine Reihe von Versuchen, in denen Kaninchen auf die zu Ver- suchen und Blutentnahmen notwendigen Manipulationen mit erheblicher Steigerung ihres Blutzuckergehaltes reagieren. So fanden die beiden Au¬ toren bei Kaninchen nach halb- und mehrstündiger Fesselung, Präparation der Carotis und Blutentnahmen Steigerungen bis 0,42%, nach Fesselung ohne Präparation der Carotis und geringfügigen Blutentnahmen aus der Ohrvene Steigerung zwischen 0,22 und 0,33% Blutzucker. Doch auch ohne Fesselung zeigte ein Tier bei Blutentnahme aus der Ohrvene mit Vermeidung merklicher Blutverluste Steigerung von 0,11 auf 0,16 und 0,17 /o. Sie nennen diese Erscheinung Fesselungshyperglykämie und -glykosurie und glauben sich auf Grund dieser nur am Kaninchen be¬ obachteten Erscheinung zu dem Schluß berechtigt (Seite 122): «daß die Mehrzahl der in der physiologischen und pharmakologischen Literatur existierenden Angaben über den Einfluß chemischer Substanzen auf den Blutzuckergehalt dringend einer Nachprüfung bedürfen, weil man, die eben angedeutete Fehlerquelle nicht berücksichtigend, einfach nach dem be¬ liebten Schema post hoc, ergo propter hoc geschlossen hat.» Ferner (S. 141) heißt es in der Zusammenfassung der Arbeit: «Alle Angaben über Zunahme des Blutzuckergehaltes nach Injektionen irgendwelcher Substanzen oder nach Narkosen sind vorläufig als unbe¬ wiesen anzusehen, solange nicht genügend berücksichtigt ist, ob nicht die Art der Versuchsvornahme (Fesselung, Blutentnahme, Aufregungs¬ zustand bei der Narkose) genügt hätte, um die gefundene Blutzucker¬ zunahme und Glykosurie in dem entsprechenden Versuch zu erklären.» Da diese allgemein gehaltenen Sätze geeignet sind, in dem mit der einschlägigen Literatur nicht Vertrauten die Meinung zu erwecken, als sei mit den obigen Erscheinungen auf etwas völlig Neues hinge- 11*