Zur Bestimmung von UrineiweiB auf zentrifugalem Wege. Von Casimir Strzyzowski. Mit einer Abbildung im Text. (Aus dem Universitäts-Laboratorium für physiologische und gerichtliche Chemie in Lausanne.) (Der Redaktion zugegangen am 22. August 1913.) 1. Einleitung. Wie andere Untersucher, *) so glaubte auch ich von der Annahme ausgehen zu dürfen, daß es genüge, den Eiweißgehalt eines Harns gewichtsanalytisch zu ermitteln, um dann aus den mit der Esbach sehen Lösung bei diesem Harn gefundenen Niederschlagsmengen Standardzahlen für Eiweißbestimmungen auf zentrifugalem Wege zu erzielen. Aus einer Reihe mittels Elektromotor-Zentrifugen und sehr genau graduierter Zentrifugier-Sedimentgläser angestellter Ver¬ suche zeigte es sich jedoch bald, daß ungeachtet der Einhaltung sehr genauer einheitlicher Umlaufszeit- und Geschwindigkeits¬ faktoren die vorgenannte theoretische Voraussetzung nicht zutraf. Wurden nämlich die auf diese Weise erhaltenen Standard¬ zahlen mit denjenigen, die man mit neuen Harnen gewann — von denen der Eiweißgehalt wie vorhin zuvor gewichtsana¬ lytisch ermittelt worden ist — verglichen, so kamen bisweilen so große Differenzen zum Vorschein, daß ich mehrere Male glaubte, die Versuche ein für allemal einstellen zu müssen. Dies um so mehr, als es nicht selten vorkam, daß ein Harn, wenn er früh morgens zentrifugiert wurde, einen beträchtlich höheren Eiweißgehalt aufwies als beim Zentrifugieren am Nach¬ mittage, und auch die bei Verdünnungen erzieltén Resultate häufig genug untereinander keineswegs übereinstimmten. Eine Erklärung für diese Abweichungen war nicht sofort zu finden. Erst bei längerem Studium derselben konnte fest¬ gestellt werden, daß die Ursachen davon rein physikalischer *) K. Braungard, Chem.-Ztg., Bd. 33, S. 942, 1909. * Aufrecht, Deutsche med. Wochenschr., Bd. 35, S. 2018, 1909.