Über Enzymgehalt in den Blättern von Salix caprea. Von Iwan Bolin. l>or Redaktion zugegangen am 21. Juli 1912.) In der chemischen Literatur der letzten Jahre finden sich zahlreiche Angaben über spezifische glukosidspaltende Enzyme, welche von dem Gruppenenzym der natürlichen Glu- koside, der ß-Glukosidase, verschieden sein sollen. Die wich¬ tigsten derselben sind die folgenden: Myrosin, das schon 181)0 von Bussy und Guignard1) dargestellt wurde. Es spaltet Sinigrin: a- und ß-Glukoside werden aber nicht ange¬ griffen.*) Gaultherase3) oder Betulase, das Gaultherin zer¬ legt und weder Salicin noch Amygdalin angreift. Rham- nase,4) das Xanthorhamnin spaltet. Es fehlen nähere Angaben über seine spezifische Natur. Lotase6) und Gea.se/) die resp. Lotusin und Gein spalten. Beide sind von Emulsin verschieden. Sigmund gibt den Befund mehrerer neuer En¬ zyme an: Salicase7) in verschiedenen Salix- und Populus- Arten, Arbutase7) in Galluna- und Vaccinium-Arten und Äs¬ kulin8) in Aeskulus hippocastanum. Auch Weewers9) hat Salicase in verschiedenen Salixarten nachgewiesen. Zuletzt ') Bussy und Guignard, Compt. rend, del'Acad. des Sc., Bd. 11t, S. 245), 5)20. (1800). *) Fischer, Rer. d. d. ehern. Ges.. ßd. 27, S. 8470 (1804). *) B ou rq u e 1 o t, Journ. de Pharm, et de Chemie. Bd. 3, S. 577 (1806). *) G. und C. Tanret, Bull, de la Soc. Chim. (3), Bd. 21. S. 1065, 1073 (1805t). 6) Duns tan und Henry, Proc. Roy. Soc. Ser. B., Bd. 67, S. 224 (1001); Bd. 68. S. 374 (1001). 6) Bourquelot und Hérissey, Compt. rend, de l’Acad. des Sc., Bd. 145), S 870 (1005). 7) Sigmund, Sitzungsber. d. Wiener Akad., I., Bd. 117, S. 1213 (15)08). H) Sigmund, Monatshefte f. Chemie, Bd. 31, S. 657 (1010). 5'> Weewers, Rec. des Trav. bot. Néerlandais, Bd. 7, S. 1 (1010).