Über den Nachweis von Hämatin im menschlichen Blutserum. Von O. Scliomm. Mit einer Abbildung im Text und Tafel in Liehtdftuk. (Aus dem chemischen Laboratorium dos Allgemeinen Krankenhaus >’Hamburg K|>j>end.>rf.) (l)er Kedaktion zugegangen am !•*. Juli t‘.*U.)1 Die kürzlich mitgeteilte erste Beobachtung von Hämatin-, ärnie beim Menschen1) bat mich zu weiteren Untersungen über das Vorkommen und den Nachweis von Hämatin im Blutserum ver¬ anlaßt. Dabei habe ich gemeinsam mit 0. He gl er-) gefunden, daß Hämatin in wechselnder Menge bei verschiedenartigen pathologischen Zuständen im Serum auftreten kann, unter Um¬ ständen als färbender Hauptbestandteil, häutiger vergesell¬ schaftet mit beträchtlichen Mengen von Methämoglobin, Oxy¬ hämoglobin Bilirubin, vielleicht auch Kathämoglobin. Im Blut¬ serum gesunder Menschen habe ich Hämatin bislang nicht gefunden/1) Hämatinreiches Serum, das andere Farb¬ stoffe nur in geringer Menge enthält, hat eine mehr oder weniger stark braungelbe Farbe. Bei gleichzeitiger Anwesenheit von Hämatin, Methämoglobin und Oxyhämoglobin zeigte das Serum Farbtöne, in denen je nach dem Mengen¬ verhältnis der genannten Farbstoffe entweder Gelb, Braun oder Hot vorherrscht. Stark beeinflußt wird die Farbe des Blut¬ serums auch durch die Anwesenheit von Bilirubin, das schon in mäßiger Menge sattgelbe Färbung des Serums bewirkt. Demnach läßt sich aus der Farbe des Serums kein sicherer Schluß auf die Art der färbenden Bestandteile ziehen. . Die Erkennung des Hämatins im Blutserum gründet sich auf das absorptive Verhalten des Hämatins selbst und seines Beduktionsproduktes, des Hämochromogens. Sie erfolgt daher ’) 0. Schlimm, Hämatinämie bei toxischem Blutköpperchenzerfall, Diese Zeitschrift, Dd. 80, II. 1, S. 1. *) Vortrag in der Sitzung der Biologischen Abteilung dés ärztlichen Vereins zu Hamburg am 29. XII. 12. s) Daß auch im normalen Blutserum geringste. Spuren von Hämatin auftreten können, ist nicht ausgeschlossen. Jedenfalls kann es sich aber nur um so kleine Mengen handeln, daß die später zu erörternde Probe bei der Untersuchung desSerurns in 1cm Schichtdicke negativ ausfällt.