Ober Zuckerresorption. Von K. v. Korösy. (Mitteilung aus dom physiologischen Institut der Universität Budapest.) (Der Redaktion zugegangen am 17. Juni 1913.) Die Grundsätze der Physiologie der Kohlenhydrate werden seit den Untersuchungen Claude Bernards zu den am sichersten begründeten physiologischen Kenntnissen gerechnet, welche auch der Pathologie als sichere Grundlage dienen können. So wird es als über allen Zweifel stehend betrachtet, daß die Kohlenhydrate nach der Verdauung als einfachste Zucker in die Vena portae gelangen, um dann in der Leber in Glykogen verwandelt zu werden. Diese Glykogentheorie fand aber in Pavy einen heftigen Gegner; seine Auffassung, welche aus seinem letzten Werke1) leider nicht in genügendem Zusammenhänge erhellt, läßt sich kurz folgendermaßen zu¬ sammenfassen: Der aus dem Darme resorbierte Zucker gelangt von dem Bruchteile abgesehen, welcher in der Darmwand in Fett um¬ gewandelt wird,2) größtenteils an Eiweiß gebunden, durch Vermittlung der weißen Blutkörperchen in die Lymphbahnen iPavy, S. 55 und 68; mikroskopische Beobachtung, S. 79). Nur wenn sehr viel Zucker auf einmal resorbiert wird, gelangt der in der Darmwand nicht «assimilierte» Anteil desselben durch die Vena portae in die Leber, und wird dort in Gly¬ kogen umgewandelt (S. 66). Pavy führt für seine Auffassung und gegen die «Glykogentheorie» im wesentlichen folgende *) F. W. Pavy, On carbohydrate metabolism. London, Churchil tUOU. Die Zusammenfassung seiner Theorie, s. S. 111. *) Pavy führt als Beweis hierfür die im histologischen Präparate erhaltenen Osmiumtetroxyd-Reaktionen an. L. c.. S. 83.