Zur Frage der Stickstofretentionen bei Fütterung von Harnstof. Von E. Grafe. (Aus der medizinischen Klinik zu Heidelberg.) (Der Redaktion zugegangen am 18. Juni l'.tld.) * Vor einiger Zeit wurde über Versuche an Hunden und am Schwein berichtet,1) aus denen hervorging, daß es unter geeigneten Versuchsbedingungen gelingt, auch mit Harnstoff ähnlich wie mit Ammoniaksalzen erhebliche N-Retentionen zu erzielen. Dem gegenüber haben Abderhalden und seine Mitarbeiter2) aus eigenen Untersuchungen, die sie über diese trage anstellten, den Schluß gezogen, daß eine Sparwirkung in bezug auf den Stickstoffstoffwechsel nicht feststellbar war. Nun ist die Frage, ob überhaupt kleine Retentionen mit Harnstoff eingetreten sind, bei der Versuchsanordnung dieser Autoren m. E. kaum zu entscheiden, da eine einwandfreie Beurteilung der Beeinflussung des Stickstoffhaushaltes durch die Harnstoffzulagen nur dann möglich ist, wenn, dieser Pe¬ riode ein mindestens 3—4-, am besten 6 tägiger Zeitraum vor¬ ausgeht und folgt, an der genau die gleiche Nahrung ohne die Zulage gegeben wurde. Es ist dies darum nötig, weil bei Überernährung mit Kohlenhydraten das Stickstbffminimum keine konstante Größe ist, sondern, zumal dann, wenn keine ') E. Grafe, Diese Zeitschrift, Bd. 78, S. 500 (1912),.und E. Grafe und R. Turban, Diese Zeitschrift, Bd. 83, S. 25 (1913). *) E. Abderhalden und P. Hirsch, Dièse Zeitschrift, Bd. 82. S-1 (1912), und E. Abderhalden und Lampé, Diese Zeitschrift, Bd. 84. S. 218 (1913). Hoppe-Seyler’s Zeitschrift r. physio!. Chemie. LXXXVI. 25