Ober die Beeinfluesung des Stickstoff-Stoffwechsels durch Fütterung von Natriumnitrat. Von E. Grafe und H. Wintz. (Aus der medizinischen Klinik in Heidelberg.» (Der Redaktion zugegangen am 12. Juni 1913.) Die Feststellung der merkwürdigen Tatsache, *) daß sich durch Verfütterung von Ammoniaksalzen zu einer abundanten, aber nahezu eiweißfreien Kost sehr erhebliche Stickstoffreten- tionen erzielen lassen und damit eine Eiweißersparnis wahr¬ scheinlich gemacht worden war, wie sie in dem Maße kaum beim Leim früher gefunden wurde, brachte eine Menge neuer Fragestellungen mit sich. Vor allem galt es, den Mechanismus dieser merkwürdig günstigen Beeinflussung der Stickstoffbilanz aufzuklären. Dies mußte auf den verschiedensten Wegen versucht werden. Zunächst erhob sich die Frage, welcher Art eine Stickstoff¬ verbindung sein muß, um die Eiweißersparnis hervorzurufen. Nur für NH2-Verbindungen war der Nachweis bisher er¬ bracht worden. Wie steht es in der Richtung mit den NO- und CN- Verbindungen? Der Prüfung derartiger Substanzen standen von vorn¬ herein dadurch große Schwierigkeiten im Wege; daß diese Verbindungen in großen Dosen eine ausgesprochene'Giftwirkung entfalten, eine weit größere wie bei den früher untersuchten Stoffen (Ammoniak und Harnstoff). Es lag nahe, als ersten Stoff für die Prüfung den Salpeter zu nehmen, da dieses Salz im Pflanzenreich eine sehr ähnliche Rolle wie das Ammoniak spielt. %) E. Grafe und V. Schläpfer, Diese Zeitschrift, Bd. 77, S. 1. — E. Abderhalden, ebenda. Bd. 78, S. 1, 1912. — E. Grafe, ebenda, Bd. 78, S. 485. — Weitere Arbeiten von Abderhalden und Grafe, sowie deren Mitarbeitern über die gleiche Frage in Bd. 78—84 dieser Zeitschrift.