Untersuchungen Ober die Verbreitung des Asparagins, des Gluta¬ mins, des Arginins und des Allantoins in den Pflanzen. Von Anton Stieger. (Ans dem Agrikuiturehemisehen Laboratorium der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich.) (Der Redaktion zugegangen am 5. Juni 1013.) a) Allgemeines. Bekanntlich unterscheiden sich die den verschiedenen Familien angehörenden Pflanzen nicht nur in ihrem anato¬ mischen Bau und ihrer morphologischen Entwicklung, sondern häutig auch in ihrer chemischen Zusammensetzung. Dies be¬ trifft vorzugsweise ihren Gehalt an gewissen Nebenprodukten des Stoffwechsels wie Alkaloiden, Glukosiden, ätherischen Ölen, Terpenen, Betainen usw.; aber nicht selten tritt diese Ver¬ schiedenheit auch bei wesentlichen Bestandteilen, wie Proteinen, Kohlenhydraten, Fetten, auf. Die im agrikulturchemischen Laboratorium der eidge¬ nössischen technischen Hochschule von-E. Schulze und seinen Mitarbeitern ausgeführten Untersuchungen haben ferner ge¬ zeigt, daß bei vielen Familien die Keimpflanzen in der Hegel Asparagin, bei andern Familien dagegen Glutamin enthalten. Diese Verschiedenheit zeigt sich auch dann, wenn die ge¬ nannten Amide aus Wurzelknollen und Rhizomen isoliert wurden. Doch waren die bisher festgestellten Resultate dieser Art nicht zahlreich genug, um daraus Gesetzmäßigkeiten ab¬ leiten zu können. Es schien daher wünschenswert, in dieser Richtung weitere Untersuchungen anzustellen. Die Aufgabe, hier Gesetzmäßigkeiten aufzufinden, gewinnt dadurch an Sicher¬ heit und deswegen auch an Interesse, weil Asparagin und Glutamin nicht allein in Keimlingen und unterirdischen Pflanzen¬ teilen enthalten sind, sondern auch in den oberirdischen grünen Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXXXVI. 18