Beiträge zur Kenntnis des Hämatins. Von William Küster. Uber die Methylierung des Hämins und die Anlagerung von Brom an Dimethyl(chlor)hämin und Dimethyl(brom)hämin. 5. Mitteilung über methylierte Derivate des Hämins nach Versuchen von A. Greiner. (Aus dem chem. Institut der ehemaligen Tierärztl. Hochschule zu Stuttgart.) (Der Redaktion zugegangen am 10. Juni 1913.) In der 3. Mitteilung!) wurde nachgewiesen, daß bei der Oxydation des Dimethylhämins der Dimethylester der Hämatin¬ säure in einer Ausbeute entsteht, die fast zwei Molekeln auf ein Häminmolekül entspricht, wodurch für das Vorhandensein zweier Carboxyle im Hämin ein weiterer und zwar schwer¬ wiegender Anhaltspunkt erbracht wurde. Denn, da sich Dimethyl- hämin und Hämin in der empirischen Zusammensetzung nur um zwei CH2-Gruppen unterscheiden, konnte das Entstehen des ersteren nicht so gedeutet werden, daß eine Einlagerung zweier Moleküle Methylalkohol erfolge, und da mit der zweifachen Methylierung die sauren Eigenschaften des Hämins schwinden, konnten weitere saure Gruppen im Molekül des Hämins nicht vorhanden sein. Die Annahme Pilotys, daß im Hämin zwei Lactamgruppen und zwei saure Hydroxyle vorhanden sind, ist somit durch unanfechtbare Versuche widerlegt und das Dimethyl- hämin muß als Dimethylester der zweibasischen Säure «Hämin» angesprochen werden.2) Daß es längerer Zeit bedurfte, ehe sich ‘) Ber. d. Deutsch, chem. Ges., Bd. 45, S. 2503 (1912). s) Wenn man die Anwesenheit von Carboxylen nach wie vor be¬ streiten will, bleibt nur noch die Annahme übrig, die Aufnahme des Wassers erfolge während der Oxydation zwischen HG = G—OH, resp. hA~ G • OCHg. 14 Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXXXVI.