Ober die nach den Methoden der Lecithindarstellung aus Pflanzensamen erhältlichen Verbindungen. II. Mitteilung. Vergleichende Hydrolyse von Eilecithin. Von Georg Trier. (Ans dem agrikultur-chemischen Laboratorium der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich.) (Der Redaktion zugegangen am lt). Juni 1913.) Nachdem ich festgestellt hatte, daß bei der Hydrolyse von Bohnensamenlecithin Aminoäthylalkohol auftritt, suchte ich diese Verbindung auch in andefen Lecithinen nachzuweisen. Da mir nun aber zunächst keine andern Lecithinpräparate zur Ver¬ fügung standen, mußte ich zu käuflichem Eilecithin greifen. Gleichzeitig verband ich damit den Vergleich der Gewinnung von Glycerinphosphorsäure aus Pflanzenlecithin und Eilecithin, um der Ursache nachzugehen, weshalb die Gewinnung reiner Präparate von glycerinphosphorsaurem Baryum aus pflanzlichen Phosphatiden sich so schwierig gestaltet. Die Angaben über die stickstoffhaltigen Bestandteile des Ei¬ lecithins lauten widersprechend. Angaben von quantitativen Aus¬ beuten an Cholin finden sich in der Dissertation von Lüdecke,1) ferner in einer Arbeit von Malengreau und Prigent.2) Letztere Forscher haben, ebenso wie mehrere Vorgänger, das Cholin als Platinat zur Wägung gebracht.. Sie verwendeten das Eilecithin Kahlbaum und reinigten es über die Cadmium¬ verbindung. Sie erhielten dann nach mehrstündiger Hydrolyse mit n/io-Schwefelsäure 95—96®/0 des Gesamtstickstoffs als Cho- *) Lüd ecke, Zur Kenntnis der Glycerinphosphorsäure und des Lecithins. Dissert. Mönchen 1905. ; *) Malengreau u. Prigent, Diese Zeitschr., Bd. 77, S. 107 (1912).