Methode zur quantitativen Bestimmung des Ammoniaks und Trimethylamins. Von Koloman Budai (Bauer), königl. Ungar. Staatschemiker. (Aus der königl. ungar. Chemischen Reichsanstalt und Zentral-Versuchsstation in Budapest, Prot. Dr. Th. Kosutäny.) (Der Redaktion zugegangen am 29. Mai 1913.) Wenn auf Ammoniak oder ein Salz desselben bei gewöhn¬ licher Temperatur Formalin einwirkt, so vollziehen sich in dem System bis zum Eintritt des chemischen Gleichgewichts dreierlei Reaktionen, und zwar entstehen: 1. Trimethylentriamin (CH2)3N3H3, 2. Pentamethylentetramin (CH2)5N2(NH2)2 und 3. Hexamethylentetramin (CH2)6N4. Unter Einhaltung gewisser Umstände geht diese Umge¬ staltung glatt und in quantitativem Sinn vor sich. Bei höherer Temperatur aber bildet sich Trimethylentriamin, welches mit dem überschüssigen Formalin in salzsäures Methylamin übergeht, wie aus folgender Gleichung ersichtlich : 3 (CH2NH. HCl)3 + 3CH20-f-3H20 = 3G02+6GH3lSH2. HCl.1) Oder aber, wie Eschweiler2) unlängst nachgewiesen hat, die Hydrogéné des Ammoniaks werden allmählich methylisiert. Was die Alkylamine anbelangt, so geben dieselben bei kaltem Einwirken von Formalin gleich dem Ammoniak gut charakterisierbare Verbindungen und bilden unter Verlust der Wasserelemente anhydridartige Kondensationsverbindungen. Aus Monomethylamin entsteht3) Methylenraethylamin GHj • N = CH2, aus Dimethylamin4) Tetramethylmethylendiamin CH2[N(CH3)2]S. *) Cambier et Brochet, C. r. de l'Acad. des Sciences, Bd. 120, S. 557. *) Ber. d. d. Chem. Ges., Bd. 38, S. 880 und D.R.P. 80520. s) Henri, Bull. Acad. Beige, Bd. 8, S. 200 u. ff. 4) Delépine, Bull. Soc. Chim. (3), Bd. 15, S. 701.