Kß Heinrich Zeller, lauge gallertig. Brande1) sagt, daß die Substanz in Ammoniak löslich sei, eine Angabe, die offenbar unrichtig ist. Die erste eingehende chemische Untersuchung dieser Nester stammt von Mulder.2) Nach ihm bestehen die Nester in der Hauptsache aus einem besonderen tierischen Stoff, welchen er Neossin nennt. Daneben finden sich in einer kleinen Menge etwas festes weißes Fett (0,22 °/o), sowie Kochsalz und Magne¬ siumchlorid (zusammen 3,47 °/o), welche durch kochenden Al¬ kohol extrahiert werden, Na2S04, Spuren von Na2C03 (zusammen 0,77 °/o) und das Kalksalz einer organischen Säure (0,53 °/o), welche durch kochendes Wasser extrahiert werden. Das Neossin ist in Alkohol unlöslich, in kochendem Wasser wenig löslich; in kaltem Wasser quillt es zu einer durchsichtigen voluminösen Gallerte, welche in Essigsäure, Salpetersäure, Salzsäure, ver¬ dünnter Schwefelsäure, Ammoniak und schwachem Alkali un¬ löslich ist. Kaustisches Alkali zersetzt unter Ammoniakent¬ wicklung, starke Salpetersäure bewirkt Gelbfärbung und in der Hitze Zersetzung zu Gas. Kochende Salzsäure löst unter gleich¬ zeitiger Zersetzung zu brauner Flüssigkeit. Beim Erhitzen bläht die Substanz sich auf und hinterläßt 5°/o Asche (Calcium- und Magnesiumsulfat mit Spuren von Calciumcarbonat). Sie ist schwefelfrei. Die Analyse des Neossins ergibt auf aschefreie Substanz berechnet: C 54,81 55,05 H 7,02 7,10 N 11,64 11,66 0 26,53 26,19. Weitere Angaben sind von Hoppe-Seyler3) gemacht worden. Er schreibt: «Ich habe mich überzeugt, daß die Sub¬ stanz eines möglichst gereinigten indischen Vogelnestes sich gegen Kalkwasser, Essigsäure und beim Kochen mit verdünnter Schwefelsäure wie Mucin verhält. Beim Kochen mit verdünnten Säuren erhält man Acidalbumin und einen Kupferoxyd in alka¬ lischer Lösung beim Erwärmen reduzierenden Körper.* ') Home Sir Everard in Philosoph. Transact., 1817, Part. I, S 338. *) Bull, des scienc. phys. et natur. en Néerland, 1838, S. 172. 3) Physiologische Chemie, 1881, S. 198.