Studien zur Physiologie der Schilddrüse. Von F. Hlnm. Aus dem liiologis(-|i<>n Institut zu Frankfurt a. M. .Der Redaktion zugegangen am 20. April Die Schilddrüse ist ein für den Organismus der höheren Tiere lebenswichtiges Organ. In der Schilddrüse ist Jod in besonderer Bindung ab¬ gelagert. Diese beiden Sätze enthalten das Fundamentale und un¬ bestritten Feststehende aus der heutigen Lehre von der Phy¬ siologie der Schilddrüse. Wie aber sich die für den Organismus so eingreifende Tätigkeit der Schilddrüse abspielt ob es sich um die Abgabe eines im Kreislauf oder in fernen Organ¬ bezirken stimulierenden Sekretes bei ihr handelt oder ob nicht doch der Einfluß der Thyreoidea auf den Organismus durch eine intraglanduläre Entgiftung (Blum) sich geltend macht — darüber herrscht noch Ungewißheit und Uneinigkeit. Auch die Stellung der sogenannten Epithelkörperchen — Glandulae para- thyreoideae — im System des Schilddrüsenapparates ist nur entwicklungsgeschichtlich, nicht aber anatomisch ' und gewiß nicht physiologisch sichergestellt. Liegt die Aufklärung dieser letzteren Frage und ebenso von vielen anderen in der Schild¬ drüsenlehre mehr auf dem Gebiet anatomischer lind experi¬ mentell-physiologischer Forschung, so wird das Schicksal des Jods in der Schilddrüse und ein etwaiger JodstofTwechsel des Organismus und anderseits eine Jodspeicherung in Form von Jodalkali in einzelnen Organen nur auf dem Wege exakter phy¬ siologisch-chemischer Untersuchungen endgültig gelöst werden. Hierzu bedürfen wir einmal einwandfreier Nachweismethoden von Jod selbst in großen Mengen organischen Materials und lloppe-Seylers Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXXXV. 28