Über die Gentiobiose. 401 entsteht. Diese Methode zur Klärung von stark verunreinigten und Kolloide enthaltenden Flüssigkeiten wurde zuerst von L. Michaelis und P. Rona1) vorgeschlagen. Um die nötige Menge der Eisenhydroxydlösung zu ermitteln, vermischt man die Masse mit wenig reiner Tierkohle und prüft, nach zeit¬ weisem Zusatz von Eisenhydroxyd, ob das Filtrat einer Probe durch die Tierkohle getrübt und schlecht filtrierbar ist. Diese Eigenschaften zeigen sich bei der Filtration der Flüssigkeit, wenn nicht genügende Mengen der Eisenhydroxydlösung zu¬ gegen sind. Ist die nötige Menge erreicht, so gelingt die Fil¬ tration sehr leicht, das Filtrat ist vollkommen klar und ent¬ hält kaum nachweisbare Eisenmengen. Man muß sich hüten vor einem Überschuß der Eisenlösung, denn der ausgeschiedene Niederschlag geht dann teilweise wieder in Lösung. Die Flüssig¬ keit wird jetzt auf große Filter gegossen, und wenn nichts mehr abtropft, wird der Rückstand unter 200 Atmosphären abge¬ preßt. Das Filtrat wird mit wenig Tierkohle aufgekocht, filtriert und unter vermindertem Druck auf atwa 1 1 verdampft. Die Flüssigkeit enthält nach der Titration mit Fehlingscher Lösung 78 g Zucker auf d-Glukose berechnet. Sie wird mit gewöhn¬ licher Bäckerhefe bei Zimmertemperatur in Gärung gesetzt, und nach etwa 24 Stunden, wenn die Gärung nachläßt, werden die Proteine wiederum mit kolloidalem Eisenhydroxyd entfernt, dann mit Tierkohle gekocht, und das Filtrat, das jetzt bei der Titration 32 g Zucker auf d-Glukose berechnet enthält, unter vermindertem Druck verdampft. Eine Probe der nach der Gärung erhaltenen geklärten Flüssigkeit wurde mit Phenyl¬ hydrazinchlorhydrat und Natiumacetat V* Stunden im Wasser¬ bade erwärmt. In der Hitze war keine Ausscheidung von Osazon zu beobachten, dagegen gab das Filtrat nach dem Erkalten eine kräftige Fällung von amorphem Phenylgentio- biosazon. Der Abdampfrückstand wurde mit 1 1 90Poigern Alkohol ausgekocht. Beim Erkalten der Flüssigkeit wurde eipe amorphe *) Biochem. Zeitschrift, Bd. 2, S. 219 (1906); Bd. 5, S. 365 (1907); Bd. 7, S. 329 (1908); Bd. 8, S. 356 ; Bd. 13, S. 121; Bd. 14, S. 476 (1908); Bd. 16, S. 60; Bd. 18, S. 375, 514 (1909).