400 Géza Zemplén, lisationsfähigkeit und Schwerlöslichkeit der Oktacetylcellobiose auf, und da kam ich auf den Gedanken, ob es nicht möglich wäre, durch Acetylierung der rohen Gentiobiosepräparate eine Reinigung der Produkte zu erzielen, eventuell die noch unbe¬ kannte Acetvlverbindung in reinem Zustande zu gewinnen. Meine Hoffnungen haben sich bei den Versuchen erfüllt, indem es mir gelang, die schwer lösliche, hoch¬ schmelzende und gut krystallisierende Oktacetyl- gentiobiose in reinem Zustande zu gewinnen. Das Prä¬ parat ist leicht zu isolieren sogar aus stark verun¬ reinigten Rohprodukten, sodaß die Methode der Acetylierung ein einfaches und rasches Verfahren der Gentiobiosegewinnung darstellt. Durch Verseifung der Oktacetylverbindung gewann ich die freie Gentiobiose als Sirup. Ich zweifle nicht daran, daß der Zucker nach mehrwöchentlichem Stehen krystalliseren wird. Daß es sich tatsächlich um Gentiobiose handelt, habe ich durch die Darstellung des analysenreinen Phenylgentiobiosazons, durch die Ermittlung des Reduktionsvermögens der bei der Verseifung des Oktacetylkörpers erhaltenen Produktes und durch die Spal¬ tung des Gentiobiosesirups mittels Emulsin bewiesen. Die Krystallisationsfähigkeit der Acefylverbindungen der Zucker wird noch wahrscheinlich in manchen Fällen bei sonst schwer krystallisierenden Zuckern die Isolierung derselben er¬ leichtern. Experimenteller Teil. Darstellung der Oktacetylgentiobiose aus gereinigten Präparaten. 1 kg gepulverter Enzianwurzeln (Radix gentianae gfcr- manicae pulv.) werden in 8,5 1 siedendes Wasser, das Calcium¬ carbonat suspendiert enthält, eingetragen, und die Flüssigkeit 10 Minuten gekocht. Die Masse wird koliert, dann unter 200 Atmosphären gepreßt. Das braungrüne Filtrat wird jetzt mit etwa 3,5 kg einer 5°/oigen Lösung von kolloidalem Eisen- hvdroxyd stark gerührt, wobei ein voluminöser Niederschlag