318 W. Suida, Flüssigkeit beschäftigt. Als Ergebnis dieser Arbeiten ist die leichte Bildung von dem Dianilidonchinon analogen Substanzen neben komplizierteren Körpern festgestellt worden. Ich habe mich nun davon überzeugt, daß nicht nur sämt¬ liche mir zur Verfügung stehenden a-Aminosäuren,' nämlich Glykokoll, Alanin, Leucin, Phenylalanin, Tyrosin, Tryptophan, Histidin und Arginin, Asparaginsäure und Glutaminsäure mit wässerigen Chinonlösungen, langsam schon in der Kälte, rasch beim Erwärmen intensiv rotbraun bis gelbbraun gefärbte Lösungen geben bezw. schwer- oder unlösliche gefärbte Körper ergeben, sondern daß diese Reaktion sich auch auf alle im wesentlichen durch Wasserabspaltung aus Aminosäuren entstandenen Sub¬ stanzen, wie Glycylglycin, Glycinanhydrid, Pepton, Albumosen, Eiweißkörper überhaupt ohne weiteres übertragen läßt. Ander¬ seits ist diese Reaktion nicht auf das Chinon beschränkt, denn auch Chinhydron, Ghinonchlorimid, Chinonmonoxim (Nitroso- phenol), Toluchinon, «»-a^Naphthochinon, Nitrosonaphthole, Di- nitrosoresorcin, geben mit den Aminosäuren oder Eiweißkörpern in wässeriger Flüssigkeit intensive, meist braune Färbungen. Allen diesen Färbungen liegt also die Bildung von den Anilidochinonen analogen Körpern zugrunde, es sind rein chemische Färbungen. Nach diesen Befunden und ihrer rein wissenschaftlichen Begründung kann es wohl kaum einem Zweifel unterliegen, daß die Färbungen des Gloriastoffes durch Chinone ebenfalls auf der Bildung von dem Anilidochinon ähnlichen Körpern, aus der animalischen Faser und dem Chinon entstanden, beruhen. Es schien mir nun von Interesse, diese Färbung von Wolle in Gegenwart von Säuren vorzunehmen. Ich wählte einerseits Essigsäure, anderseits Schwefelsäure zu diesen Versuchen. Es ergab sich, daß in beiden Fällen die Färbung entstand, nur mit dem Unterschiede, daß die in Gegenwart von Schwefelsäure erzeugten Färbungen viel heller ausfielen, als jene mit Essigsäure. Je 5 g Wolle oder Seide wurden mit 200 ccm destilliertem Wasser und 0,5 ccm einer 50°/oigen Essigsäure oder 2 ccm 10°/'oiger Schwefelsäure und 0,1 g des Chinons 1 Stunde lang auf 08—100° C. erhitzt. Die Flotten blieben sauer und waren vollständig entfärbt. Die intensiv gefärbten Fasern wurden