I ber \orgänge beim Färben animalischer Fasern. 309 aktiven Zustand übergeht, d. h. daß sich durch fortgesetzte Hydrolyse unter fortdauernder Abspaltung von Bestandteilen der Wolle immer neue aktive Gruppen erschließen lassen, was ja auch ohne Schwierigkeit durch die Natur der Wolle als Eiweißkörper'erklärt werden kann. Um nun über den Vorgang bei dieser Hydrolyse einigen Aufschluß zu erlangen, habe ich jene Schafwolle, wie sie immer zu meinen Versuchen diente, *) einer fortdauernden Einwirkung von Wasser, bzw. von verdünnter Schwefelsäure bei 100" unterworfen und von Zeit zu Zeit die Natur der Abspaltungs¬ produkte festzustellen versucht. Je 5 g Schafwolle wurden mit 200 ccm Wasser über¬ gossen; einer Probe wurden 3 ccm einer 10°/oigen Schwefel¬ säure zugefügt. Beide Proben wurden dann 1 Stunde lang in einem Färbeapparat auf 98—100° C. erhitzt. Hierauf wurden die Wollproben herausgenommen, mit kaltem destilliertem Wasser gewaschen und sodann neuerdings mit 200 ccm destil¬ liertem Wasser oder mit 200 ccm destilliertem Wasser und 3 ccm der 10°/oigen Schwefelsäure übergossen und wieder eine gewisse Zeit auf 100° C. erhitzt. Dieser Vorgang wurde einigemal wiederholt ; die jeweilig gewonnenen Flotten wurden untersucht. Tabelle 1. Zeitdauer Die Flotte gibt mit folgenden Reagenzien Flotte der mit ver¬ dünnter Schwefel¬ säure behandelten Wolle Flotte der mit Wasser allein behandelten Wolle 1 Stunde Lackmus sauer 4 neutral Diazotierte Sulfanil- säure hochgelb hochgelb Pikrinsäure starke Trübung schwache Trübung Phosphorwolfram- säure deutliche Trübung Spur einer Trübung Gerbsäure starke Fällung desgl. Salzsäure unverändert » Krystallviolett blau, keine Fällung violett, keine Fällung Biuretprobe blauviolett blauviolett ‘) Monatshefte f. Chemie, 1905. S. 855.