Beiträge zur Kenntnis des Methämoglobins. Von B. v. Reinbold. Mit einer Abbildung im Text. Au« dem physiologisch-chemischen Institut der Universität Kolozsvär. (Der Redaktion zugegangen am 2«. April 1913.) Theoretischer Teil. Unsere Kenntnisse über das Methämoglobin reichen zur¬ zeit nicht hin, um auf Grund derselben eine chemische Erklärung des gewaltigen Unterschiedes im physiologischen Verhalten des¬ selben dem Oxyhämoglobin gegenüber geben zu können. Ganz abgesehen davon, daß die chemische Konstitution des ersteren Körpers ebensowenig erforscht ist, wie die des letzteren, ist auch das Verhältnis beider noch nicht vollkommen aufgeklärt. Der Unterschied in der Konstitution beider Körper dürfte je¬ doch nicht sehr tiefgreifend sein, da sich bekanntlich aus dem Oxyhämoglobin sehr leicht Methämoglobin bildet und dieses sich durch milde Reduktion und darauf folgendes Einwirken von molekularem Sauerstoff über reduziertem Hämoglobin leicht in Oxyhämoglobin verwandeln läßt. Bei diesen, einander nahe¬ stehenden Körpern, welche sich physiologisch in ihrem Ver¬ halten dem Sauerstoff gegenüber unterscheiden, ist die An¬ nahme berechtigt, daß der chemische Unterschied sich nur auf die Oxydationsstufe desselben Kernes, eventuell auf die Art der Bindung des Sauerstoffes erstreckt. F. Hoppe-Seyler,1) der Entdecker des Methämoglobins, nahm auf Grund gewisser Erscheinungen an, daß das Methämo¬ globin eine niedrigere Oxydationsstufe desselben Radikals darstellt, als das Oxyhämoglobin. Jäderholm2) war dagegen ') F. Hoppe-Seyler, C.entralbl. f. d. med. Wissensch., 1864, Nr. 53, Diese Zeitschrift, Bd. 2, S. 149, 1878; Bd. 6, S. 166, 1882. *) A. Jäderholm, Zeitschr. f. ßiol.. Bd. 13, S. 193, 1877; Bd 16, S. 1. 1880.