Einige Beobachtungen und Vereuche mit Triketohydrindenhydrat (Ruhemann). Von Emil Abderhalden und Hubert Schmidt. (Aus dem physiologischen Institute der Universität Halle a. S.) (Der Redaktion zugegangen am 12. April 1913.) Das Triketohydrindenhydrat, dessen Entdeckung wir Ruhe¬ mann verdanken, gibt mit allen Verbindungen, die in a-Stellung zum Carboxyl eine Aminogruppe tragen, beim Kochen der wässerigen Lösung eine mehr oder weniger intensive Blaufärbung. Diese Eigenschaft macht das Triketohydrindenhydrat in hervor¬ ragendem Maße geeignet, um Verbindungen der genannten Art nachzuspüren.1) Die Empfindlichkeit der Reaktion hängt ganz wesentlich von der Konzentration des Triketo- hydrindenhydrats und des mit diesem reagierenden Produktes ab. So kann man z. B. dann, wenn. in solchen Verdünnungen gearbeitet wird, daß keine Färbung sich zeigt, durch Eindampfen des Gemisches noch eine Farbreaktion er¬ halten. Dieser Umstand ist besonders wichtig, weil bei der Anwendung des Triketohydrindenhydrats zum Nachweis von dialysierbaren, mit dem genannten Reagens unter Farbbildung reagierenden Stoffen ganz besonders sorgfältig darauf geachtet werden muß, daß bei vergleichenden Versuchen genau gleich stark eingedampft wird. Der eine von uns hat für sein Dia- lysierverfahren Reagenzgläser mit einer Marke herstellen lassen, damit man direkt abiesen kann, ob man bei allen Versuchen gleich stark gekocht hat. Gewiß sind Fehlreaktionen z. B. bei der Serodiagnostik der Schwangerschaft durch verschieden ') Emil Abderhalden und Hubert Schmidt, über die Ver¬ wendung von Triketohydrindenhydrat zum Nachweis von Eiweißstoflen und deren Abbaustufen. Diese Zeitschrift, Bd. 72, S. 37, 1911.