Über die tryptische Verdauung durch den Harn. Von Filip Johansson. • Aus tlom medixiniiH-h-t‘hemisi'hen Institut der Universität Upsala.) (Der Redaktion zujreganpen am 2. April 1913.) Die Untersuchungen über die Frage, ob ein in alkalischer Lösung wirksames Enzym im Harn vorkommt, haben schon vom Anfang an verschiedene Resultate ergeben. Kühne,1) welcher der erste zu sein scheint, der ein solches gesucht hat, erhielt negatives Resultat. Um Fäulnis zu verhindern, benutzte er Thymol. Ein positives Resultat erhielten dagegen Sahli2) und Gehrig.3) Da aber diese zwei Forscher kein Desinfektions¬ mittel anwandten, sind ihre Resultate sehr unsicher. Leo,4) der gleich wie Kühne Thymol zusetzte, konnte in der Tat nach ihren Methoden kein Trypsin finden. Zu ganz demselben Resultat kamen Stadelraann5) und Hoffmann,6) die auch Thymol zusetzten. Erst nach Unterbindung der Pankreasaus- führgänge bei einem Hunde fand Hoffmann, daß eine Sekre¬ tion von Trypsin durch den Harn stattfand. Die jetzt erwähnten Forscher benutzten Fibrin als Sub¬ strat. Nach einer anderen Methode arbeitete Fermi,7) indem er Gelatine (100 ccm karbolisierte Gelatine zu 900 ccm Harn) anwandte. Er fand aber kein Trypsin weder im Menschenharn noch im Harn von Hund, Vieh, Pferd und Schaf. Wurde *) Kühne, Verhandl. d. naturhist. med. Vereins z. Heidelberg, Bd. 2, S. I, cit. nach Leo, Pflügers Archiv, Bd. 37, S. 226 (1885). *) Sahli, Pflügers Archiv, Bd. 36, S. 224 (1885). J) Gehrig, Pflügers Archiv, Bd. 38, S. 35 (1885). *) Leo. Pflügers Archiv, Bd. 37, S. 223 (1885) und Bd. 39 S. 246 ( 18R6). ) Stadel mann, Zeitschrift für Biologie, Bd. 24, S. 226 (1888). e) Hoffmann. Pflügers Archiv, Bd. 41, S. 148 (1887). :) Fermi u. Pernossi, Zeitschrift f. Hygiene, Bd. 18, S. 121 (1894.)