Untersuchungen Ober die Cerebroeide des Gehirns. III. Mitteilung. Von H. Thierfelder. (Ans (Um physiologisch-chemischen Institut der Universität Tübingen.) (Der Redaktion zugegangen am 11. April 1913.) In einer früheren Mitteilung«) wurde über Versuche be¬ richtet, aus dem mit Hilfe des Barytacetonverfahrens ge¬ wonnenen Cerebrosidgemenge reine Gerebroside darzustellen. Es gelang neben dem Cerebron ein zweites Cerebrosid zu er¬ halten, welches in seinen Löslichkeitsverhältnissen, seinem makroskopischen und mikroskopischen Verhalten durchaus an das Kerasin erinnerte, das zuerst von Thudichum und dann auch von Parkus sowie von Kossel und Freytag aus dem Gehirn dargestellt und beschrieben worden ist. Bei der Analyse lieferten aber zwei Präparate, welche sich aus ver¬ schiedenen Lösungsmitteln in ganz gleicher und charakteristischer Weise abschieden und auch bei der mikroskopischen Be¬ trachtung keine Unterschiede zeigten, verschiedene Werte. Ehe ich die Untersuchung dieses zweiten Cerebrosids wieder aufnahm, erschien es mir nötig, nochmals zu prüfen, ob auch in der Tat das Barytverfahren ganz indifferent sei. Krystalli- siertes Cerebron wurde zwar nach einstündigem Erhitzen mit Barytwasser zu 90,4°/o wiedergewonnen und hatte bei dieser Behandlung sein Krystallisationsvermögen bewahrt ; auch hatte Protagon nach der gleichen Behandlung mit Barytwasser nichts von seinem Zuckergehalt eingebüßt,* *) aber das aus dem Baryt- acetoncerebrosidgemenge isolierte Cerebron verhielt sich insofern ') H. Locning und H. Thierfelder, Diese Zeitschrift, Bd 74 S. 282 (1911). *) H. Loeping und H. Thierfelder, Diese Zeitschrift, Bd 77 S. -202 (1912). 3*