Ober eine neue Aminosäure von der Zusammensetzung CBHuNOä, gewonnen bei der totalen Hydrolyse der Proteine aus Nervensubstanz. Von Emil Abderhalden und Arthur Weil. (Au< dem physiologischen Institute der Universität Halle a. S.» (Der Redaktion zugegangen am (». Februar 1918.1 - Wir hatten jüngst mitgeteilt,1) daß wir bei der Auf¬ arbeitung der Leucinfraktionen, die mit Hilfe der Estermethode aus dem bei der totalen Hydrolyse von Nervensubstanz ent¬ stehenden Aminosäuregemisch abgetrennt worden waren, auf eine Verbindung gestoßen sind, die die empirische Zusammen¬ setzung des Leucins besitzt, jedoch in ihren Eigenschaften wesentlich von denen des Leucins und auch des Isoleucins ab¬ weicht. Einmal besitzt der Ester einen anderen Siedepunkt. Die Aminosäure selbst hat ganz andere Lösungsverhältnisse als die bis jetzt bekannten beiden Aminosäuren der Zusammen¬ setzung C6H13N02. Auch das Drehungsvermögen weist ein ganz abweichendes Verhalten auf. Schließlich ist auch das Kupfersalz untersucht worden. Auch dieses zeigt keine Übereinstimmung in den Eigenschaften mit dem entsprechenden Salze des Leucins und Isoleucins. Wir haben aus unseren Beobachtungen den Schluß gezogen, daß eine neue, dem Leucin und Isoleucin isomere Verbindung verliege. Wir dachten zunächst an eine a-Aminocapronsäure. Wir kamen zu dieser Vermutung, weil die synthetisch dargestellte a-Aminocapronsäure manche Ähn¬ lichkeiten mit unserer Aminosäure aufwies. Dagegen sprach *) Emil Abderhalden und Arthur Weil, Vergleichende Unter¬ suchungen über den Gehalt der verschiedenen Bestandteile des Nerven¬ systems an Aminosäuren. I. Mitteilung. Diese Zeitschr., Bd. 81, S. 207 (1912).