Bestimmung der Chloride und Bromide in organischen Flüssigkeiten. Von Stefan v. Bogdàndy. Mit einer Abbildung in« Text. (Mitteilung aus dem physiologischen Institut der Universität Budapest.) (Der Redaktion /.««gegangen am 27. Januar 1912.) Genaue Halogenbestimmungen in organischen Flüssig¬ keiten gehören mit zu den schwierigsten analytischen Aufgaben, wie dies besonders in neuerer Zeit Öfters betont wurde, so z. B. von Rona.1) und Rosemann.2) Bei den auf verschiedene Weise ausgeführten trockenen Veraschungen von Blut, selbst wenn sie mit der größten Sorgfalt durchgeführt wurden, konnte ich ziemlich große Verluste unmöglich vermeiden. Nach vielen vergeblichen Versuchen ging ich zur Ver¬ aschung auf nassem Wege über. Nach der Methode von Oarius konnten aber nur so kleine Mengen Blut zersetzt werden, daß eine kombinierte Bestimmung zweier Halogene zu ungenau wurde. Das Prinzip der hier zu beschreibenden Methode lehnt sich an die von Neumann3) zum Zwecke von Stoflfwechsel- versuchen empfohlenen Methode der Chloridbestimmung an. Meine Methode gestattet aber nicht nur genaue Bestimmungen der Chloride, sondern auch gleichzeitige Bestimmung zweier Halogene, und bietet ferner den großen Vorteil, daß mit dem Rückstände der Halogenbestimmung ohne weiteres alfch eine N-Bestimmung nach Kjeldahl ausgeführt werden kann, was eine oft höchst erwünschte Ersparnis an Material und Zeit bedeutet. *) Rona. Bioch. Zeitschr., Bd. 29, S. 501 (1910). 2) Rosemann, Pflügers Archiv, Bd. 135, S. 177 (I9l0j. J) Hoppe-Seyler-Thierfelder, Handb. der physiol, u. pathol. ehern. Anal., 8. Aufl. 1909. S. 551. ;