Weitere Untersuchungen Ober die Einwirkung von Pepein-HCI auf teilweise trypsinverdaute Proteine. Von ; V. Henriques und J. R. Gjaldbæk. (Der Redaktion zugegangen am 7. Dezember 1912.) Im 75. Band dieser Zeitschrift berichteten wir über einige Versuche über die Einwirkung von Pepsin-HCl auf einige teil¬ weise trypsinverdaute Proteine. Der Grund dazu, daß wir diese Versuche anstellten, war, daß wir bei einer Formoltitrierung in 4 Stadien von bezw. mit Pepsin und Trypsin verdauten Proteinlösungen einen ausgeprägten Unterschied der Wirkungs¬ weise der beiden Fermente vorgefunden hatten, indem das Verhältnis zwischen dem 1. und dem 4. Stadium‘) der Titrie¬ rung sich als ganz verschieden herausstellte, je nachdem ein peptisches Spaltungsprodukt oder ein tryptisches Spaltungs¬ produkt desselben Proteins vorlag, wenn die beiden Spal¬ tungsprodukte auch dieselbe Menge formoltitrier- baren Stickstoffs enthielten. Der Unterschied war nicht gleich groß bei allen untersuchten Proteinen; er war sehr groß bei Hühnereiweiß, kleiner bei Casein und bestand darin, daß das 1. Stadium der Titrierung bei der Pepsinverdauung größer war als bei der Trypsinverdauung (d. h. daß das Verhältnis 1 — (4 -r k) bei der Pepsinverdauung enger war als bei der Trypsin Verdauung). Die Erklärung dieses eigentümlichen Ver¬ hältnisses ist darin zu suchen, daß die Pepsin Verdauung be¬ sonders eine Spaltung des Proteins in Polypeptide bewirkt, während das Trypsin bewirkt, daß dem Proteinmolekül sofort Aminosäuren abgespalten werden. Polypeptide weisen nämlich bei Formoltitrierung in 4 Stadien ein sehr großes 1. Stadium auf, während bei den Aminosäuren das Entgegengesetzte der Fall ist. *) Dies Verhältnis wird durch 1 — (4 -j- k) bezeichnet, wo 1 den Titer des 1. Stadiums, 4 den Titer des 4. Stadiums und k die Kontrolle bei der Formoltitrierung bezeichnen. Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physioi. Chemie. LXXXIII. 7