Untersuchungen Ober die Absorptionserscheinungen des Oxyhämoglobins im Oitterspektrum. Von 0. Schümm. Mit zwei Tafeln in Lichtdruck. (Aus dem chemischen Laboratorium des Allgemeinen Krankenhauses Hamburg-Eppendorf.) ' (Der Redaktion zugegangen am 13. September 1912.) Einleitung. . . .. i . Genaue Ortsbestimmungen der Absorptionsstreifen in absoluten Werten bilden das Gerüst für den Bau der quali¬ tativen Absorptionsspektralanalyse von Farbstoffen. : Die Be¬ zeichnung des Orts eines Absorptionsstreifens erfolgt vor allem durch Angabe der Wellenlänge derjenigen Lichtart, die mit seiner dunkelsten Stelle oder, falls eine solche nicht deutlich hervortritt, mit seiner Mitte zusammenfällt. Die Ausführung solcher Bestimmungen geschah bis vor kurzem fast ausschließlich im prismatischen Spektrum. Das absorptive Verhalten des Oxyhämoglobins gegenüber dem Gitterspektrum, dem «normalen» Spektrum, ist zwar auf photographischem Wege untersucht worden ; dagegen sind genaue Ortsbestimmungen der Absorptionsstreifen des Oxyhämo¬ globins durch okulare Messungen mit Hilfe des Gitter¬ spektrometers noch nicht ausgeführt bezw. veröffentlicht worden. Da die Absorptionserscheinungen einen abweichenden Charakter haben, je nachdem sie im Prismenspektrum oder im Gitterspektrum erzeugt werden, ist es fraglich, ob die für das prismatische Spektrum geltenden Angaben über den Ort der Absorptionsstreifen ohne weiteres auf das Gitterspektrum übertragen werden können. Ein zweckmäßig konstruiertes Prismenspektroskop eignet sich für die Wahrnehmung schwacher Absorptionserscheinungen im Rot und Orange , in manchen Fällen besser als ein Gitterapparat gleicher ticsamtdispersion, sodaß für solche Zwecke auch in Zukunft in erster Linie das Prismen* Spektroskop herangezogen werden dürfte. Anderseits ist nicht zu Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol, Chemie. LXXXI1I. 1