/ Zur Kenntnis der Galienfarbstoffe. IV. Mitteilung. Von Hans Fischer und Heinrich Röse. > (Aus der II. med. Klinik zu München.) (Der Redaktion zugegangen am 20. Oktober 1912.) Durch zahlreiche biologische Experimente erscheint es sehr wahrscheinlich, daß der Gallenfarbstoff aus dem Blutfarb¬ stoff entsteht. Diese Umwandlung erfolgt in der Leber unter Abspaltung des Eisens. In welcher Weise diese Umwandlung erfolgt, darüber sind wir noch nicht orientiert. Um hierüber Klarheit zu schaffen, muß zuerst die vergleichende Chemie der beiden Farbstoffe abgeschlossen sein. Küster hat zuerst Blut- und Gallenfarbstoff in chemischen Zusammenhang gebracht durch Gewinnung der Hämatinsäure aus beiden Farbstoffen. H. Fischer und P. Meyer ist es dann gelungen, auch Methyläthylmaleinimid nach erfolgter Re¬ duktion des Bilirubins mit Natriumamalgam durch Oxydation zu erhalten. Dieser Befund war ein prinzipieller Fortschritt, da hierdurch bewiesen war, daß im Bilirubin mindestens zwei verschiedene Pyrrolkerae vorhanden sind. (Die Bedeutung dieses Befundes habeö Piloty und Thannhauser1) offenbar nicht erfaßt, denn sie erwähnen ihn überhaupt nicht.) Methyläthylmaleinimid (IV) entsteht durch Oxydation aus Hämopyrrol (I), Kryptopyrrot (II) und, wie wir neuerdings ge¬ funden haben, auch aus Phylldpyrrol (III), aus letzterem aller¬ dings nur in sehr bescheidener Ausbeute. *) Liebigs Annalen. Bd. 390, S. 191.