Zur Chotsäureresorption durch den Hundedarm. Von Dr. B. C. P. Jansen. • <Aut< dem physiologischen Institut der Universität Amsterdam, Direktor Prof. Dr. G. van Kynburb.) • (Der Deduktion /.»gegangen am 24. Oktober 1912.! Die chemische Untersuchung der Cholsäure hat nur we¬ nige charakteristische Spaltungsprodukte ergeben; sie hat aber gezeigt, daß das Gholsäuremolekül sehr schwierig durcit che¬ mische Reagenzien angegriffen wird. Vorliegende Arbeit wurde nun unternommen mit dem doppelten Zweck 1. zu konstatieren, in welcher Form die Cholsäure die Darmwand passiert, und * 2 falls sie zuerst gespalten wird, aus den Spaltungsprodukten einen Einblick indie Struktur des Cholsäuremoleküls zu gewinnen. Schon viele Untersuchungen sind über die Resorption der Cholsäure im Darme ausgeführt worden. Einen Überblick bis 1878 gibt Tappeiner.1) Tappeiner selbst (I. c.) stellte aus¬ gedehnte Untersuchungen an über die obengenannte Frage. Erstens untersuchte er 150 ccm Ghylus, die in 2 Stunden während einer fettreichen Mahlzeit durch einen Hund mit einer Fistel des Ductus thoracicus geliefert worden waren, auf die Anwesenheit von Cholsäure; er erhielt eine schöne Petten- ko f e r sehe Reaktion. T a pp ei n er gibt dabei an, daß er die Reaktion nach der Modifikation von Neukomm angestellt hat, und daß er vorher die Fette durch Extraktion mit Äther und die Fettsäuren durch Fällen mit Baryumacetat entfernt hat. Er erwähnt aber nicht, ob vorher die Eiweißkörper entfernt waren, und ob das Spektrum die beiden für die Cholsäure charakteristischen Bänder zeigt. Zur Beantwortung der Frage, ob und in welchen Ab¬ schnitten des Darmes Resorption der Cholsäure stattfindef, ver¬ fuhr Tappeiner wie folgt: Von einem Hunde, der 48 Stunden gefastet hatte, wurde unter Chloroformnarkose die Bauchwand geöffnet, ein bestimmter Teil des Darmes abgebunden und in diesen Abschnitt eine be¬ kannte Quantität Galle oder einer Lösung von Taurocholsäure, ») Wiener Sitz.-Ber., Bd. 77, S. 281 (1878).