Zur Frage der Quadriurate. ▼ob W. E. Ringer und <J.I. J. M. Schmutzer. (Aus dem physiolofisih-chemischen Laboratorium der Universität Utrecht.) iDer Redaktion zugegangen am 21. September 1912.) Vor einiger Zeit1) hatte der eine von uns darauf hin¬ gewiesen, daß durch die Untersuchungen Tunnicliffe und Rosenheims*) sowie Kohlers8) der Beweis für die Nicht¬ existenz der sogenannten Quadriurate nicht gebrächt war. Das Hauptargument für diese Nichtexistenz war wohl die sehr wech¬ selnde Zusammensetzung dieser eigentümlichen Urate und nun wurde in der zitierten Notiz von mir betont, daß eben diese wechselnde Zusammensetzung den Gedanken an das Bestehen von Mischkrystallen sehr nahe legt. Weiter wurde gezeigt, daß mittels dieser Mischkrystalle-Hypothese die Eigenschaften der Quadriurate sehr leicht zu erklären seien. Man kann z. B. an¬ nehmen, daß Unter Umständen bei höherer Temperatur eine Krystallmodifikation von Monometallurat auftreten kann, welche imstande ist, Harnsäure in fester Lösung aufzunehmen oder eine Krystallart von Harnsäure, welche Monometallurat isomorph auflösen kann. Sind diese Krystallarten oder wenigstens diese festen Lösungen bei niederer Temperatur nicht stabil, so kann man sich vorstellen, daß sie besonders in Gegenwart von Wasser sich leicht zersetzen, wobei das Monometallurat in Lösung geht und die Harnsäure sich absetzt. So ist die am meisten auffällige Tatsache der Wasserzersetzlichkeit wohl ungezwungener erklärt als durch die Annahme Tunnicliffe und Rosenheims, die Harnsäure sei in den Quadriuraten amorph, etwa in der Lactim- form zugegen, während vom Wasser das Urat gelöst und die Harnsäure in die gewöhnliche krystallinische (Lactamform) Modi¬ fikation übergehen würde. Daß die Wasserzersetzlichkeit der Quadriurate auch nicht von adsorbierter Säure (z. B. Essigsäure) *) Diese Zeitschrift, Bd. 75, S. 13. *) The Lancet, Bd. 78, I., S. 1708 (1900). 8) Diese Zeitschrift, Bd. 70, S. 360 (1910); Bd. 72, S. 169 (1911). 14*